Kooperation zwischen BR und Burda geplatzt

Die geplante Kooperation zwischen dem Burda Verlag und dem Bayerischen Rundfunk kommt nicht zustande. "Es gab Pläne, aber aus den Plänen wird wohl vorerst nichts", bestätigte BR-Sprecher Rudi Küffner am Montag gegenüber der Berliner „tageszeitung“. Verhandelt wurde über ein tägliches, zweiminütiges Format, das vom Bayrischen Rundfunk produziert und auf der Website focus.de eingebunden werden sollte.

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Damit ist bereits zum zweiten Mal ein geplanter Deal zwischen einem öffentlich-rechtlichem Fernsehsender und einem Printverlag geplatzt: Die schon ausgehandelte Kooperation zwischen ZDF und „süddeutsche.de“ wurde von der Südwestdeutschen Medienholding, dem Mehrheitseigner der Süddeutsche Zeitung, mit dem Argument rückgängig gemacht, man wolle sich „in keiner Form publizistisch alimentieren zu lassen“.

Zweimal hat es bislang jedoch geklappt: Das WAZ-Portal derWesten.de soll demnächst mit bewegten Bildern vom WDR beliefert werden und „Die Zeit“ wird künftig eine 100-Sekunden-Kurzversion der „heute“-Nachrichten auf ihrer Website präsentieren. Dennoch scheint die Zusammenarbeit zwischen Öffentlich-Rechtlichen und der Presse schwieriger als gedacht.

Verwunderlich ist das nicht, da beide in der Medienlandschaft eine Art  „natürliche Feindschaft“ trennt. Deutlich wird dies insbesondere am schwelenden Streit um die Online-Pläne von ARD und ZDF. Das Interesse der Öffentlich-Rechtlichen an Kooperationen mit Printverlagen muss denn auch in diesem Kontext gesehen werden. ARD und ZDF fahren dabei eine doppelte Strategie: Zum einen kann die Kooperation als Versuch verstanden werden, die Front der Printverlage gegen ARD und ZDF aufzubrechen; zum anderen möchten die Öffentlich-Rechtlichen im konkurrierenden Markt des Internet-TV Fuß fassen.

Das Interesse der Verlage an der praktizierten Medienkonvergenz ist ebenso nachvollziehbar. Zum einen könnte die Angst der Printverlage, bei zu viel selbst produziertem Videocontent als Rundfunkanbieter zu gelten und entsprechend lizenzpflichtig zu sein, eine Rolle spielen. Diese Vermutung äußert zumindest Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung in einem Interview mit Breitband.de.

Der wichtigerer Grund ist sicher die Erkenntnis, dass sich bewegte Bilder zwar einfach produzieren lassen, nicht jedoch in der Qualität, die das Fernsehen zu bieten hat. Die Vorstellung von „derWesten“-Chefredakteurin Katharina Borchert, den Lokaljournalisten einfach eine Kamera in die Hand zu drücken und fertig ist der Videocontent, war wohl – angesichts der bisherigen Ergebnisse- zu optimistisch. Insofern liegt die Idee nahe, sich gleich an die Profis zu wenden, zumal besonders die ARD über ein flächendeckendes Netz an Regional- und Lokalreportern verfügt.

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