Anzeige

Google hilft Yahoo gegen Microsoft

Der Internet-Konzern Yahoo stellt Suchmaschinen-Gigant Google einen Teil seiner Werbeflächen zur Verfügung. Geplant ist zunächst, dass Google rund drei Prozent der Anfragen, die in den USA bei der Suchmaschine von Yahoo eingehen, mit Anzeigen verknüpfen darf. Yahoo versucht mit der vorläufig auf zwei Wochen begrenzten Aktion, sich an Google anzunähern, um einen Kauf durch Microsoft zu behindern – und steht zudem mit Time Warner/AOL in Kooperations-Verhandlungen. Microsoft reagiert prompt und knüpft an einer Gegen-Allianz mit Murdochs News Corp.

Anzeige

Anstatt auf Microsofts Übernahme-Ultimatum einzugehen und sich mit 45 Milliarden Dollar zufrieden zu geben, prüft Yahoo strategische Alternativen. Die neue Zusammenarbeit mit seinem Rivalen Google auf dem Gebiet der Online-Werbung ist dabei nicht der einzige Anker, der zur Rettung ausgeworfen wird. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, will Yahoo eigene Aktien zurückkaufen und verhandelt derzeit mit Time Warner über die Übernahme des Contentgeschäfts von AOL. Im Gegenzug soll Time Warner 20 Prozent des Unternehmens erhalten.

Die Gegenseite schaut diesem Treiben nicht untätig zu und setzt ebenfalls auf eine ungewöhnliche Allianz: Microsoft steht einem Bericht der „New York Times“ zufolge in Verhandlungen mit Medien-Tycoon Rupert Murdoch. Also ausgerechnet dem Unternehmen, mit dem Yahoo selbst vor einigen Wochen erfolglos an einem Bündnis gegen Microsoft gestrickt hatte. Gemeinsam mit News Corp. soll den Yahoo-Aktionären ein höheres Angebot unterbreitet werden. Auch auf sich allein gestellt besäße Microsoft die notwendigen Mittel, um Yahoo zu kaufen. Es sei denn – spekuliert der „Spiegel“ – der Yahoo-Vorstand wolle ein „wirklich eindrucksvoll höheres Gebot“ für den Suchmaschinenbetreiber erzwingen.

Microsoft fürchtet die Auswirkungen einer möglicherweise dauerhaften Kooperation zwischen Yahoo und Google, deren Grundstein nun gelegt ist. Microsoft warnte in einer Stellungnahme, dass ein Zusammenschluss beider Unternehmen Google bei Suchanzeigen einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent brächte und dem Wettbewerb drastisch schaden würde. Eine Übernahme durch Microsoft hingegen sorge für mehr Wettbewerb.

Rund zwei Monate dauert mittlerweile der Übernahmekampf zwischen Yahoo und Microsoft, das Ultimatum des Software-Konzerns läuft am 26. April aus. Bis es so weit ist, kann sich offensichtlich noch viel ändern.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige