Burda-Beteiligung Suite101 ist Online

Das kanadische Online-Magazin Suite101 startet eine deutsche Ausgabe. In über 350 Rubriken sollen freie Journalisten und ambitionierte Hobby-Autoren ihre Texte veröffentlichen. Bezahlt werden sie nach einem Pay-per-Klick-Modell, dass die Schreiber an den Google Ad Sens-Einnahmen beteiligt. Ein umstrittenes Modell: Journalisten Verbände warnen vor (selbst-) ausbeuterischen Tendenzen. Finanziert wird das Projekt von Burda Digital Ventures.

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Das kanadische Online-Magazin Suite101 startet eine deutsche Ausgabe. In über 350 Rubriken sollen freie Journalisten und ambitionierte Hobby-Autoren ihre Texte veröffentlichen. Bezahlt werden sie nach einem Pay-per-Klick-Modell, dass die Schreiber an den Google Ad Sens-Einnahmen beteiligt. Ein umstrittenes Modell: Journalisten Verbände warnen vor (selbst-) ausbeuterischen Tendenzen. Finanziert wird das Projekt von Burda Digital Ventures.

Das Angebot beschreibt sich selbst als „Netzwerk der Autoren”. Zum Start umfasst Suite101 bereits 2500 Texte von mehr als 140 Autoren. Zu finden sind sie in 20 Ressorts, die wiederum in 350 Unterrubriken unterteilt sind. Beliebt sind offenbar spitze Sachthemen wie Berichte über „organische Solarmodule” oder „französische Barockgärten”.
Bezahlt werden die Autoren anteilig aus den Google Ad Sense-Einnahmen, die direkt auf der von ihnen bestückten Unterseite erzielt werden. Heißt: Je öfter eine Geschichte geklickt wird, umso mehr Geld gibt es. Die Texte, inklusive aller Verwertungsrechte bleiben für ein Jahr im Besitz von Suite101. „Wir geben qualifizierten Autoren die Freiheit, über jedes Thema zu schreiben, das sie interessiert. Freie Autoren können sich außerdem über Suite101.de besser vermarkten,” sagt der Präsident des kanadischen Start-ups Peter Berger. Zur Unterstützung der Autoren baute, Berger in Berlin, unter der Leitung von Chefredakteur Dirk Westphal, eine zehnköpfige Redaktion auf.

Die englischsprachige Version des Netzwerkes wird bereits von mehr als 800 Autoren bestückt und erreicht jeden Monat rund sieben Millionen Leser. Laut Pressemitteilung kommen die besten US-Schreiber auf monatliche Einnahmen von bis zu 1000 Dollar. Angaben, die sich beim Blick in einige US-Blogs revidieren. In ihnen wird berichtet, dass Suite101 pro 1.000 Klicks zwischen 1,50 Dollar und 4 Dollar zahlt. Das führt bei Top-Storys zu Einnahmen zwischen 100 bis 230 Dollar (70 bis 180 Euro pro Monat).

Vor diesem Bezahlmodell warnt der Deutsche Journalisten Verband. „Wir lehnen Honorarmodelle ab, die sich ausschließlich an Umsatzbeteiligungen orientieren. Für freie Journalisten ist das betriebswirtschaftlich nicht kalkulierbar. Die Orientierung an Klickzahlen sorgt zudem dafür, dass nach der Logik der Aufmerksamkeitsökonomie geschrieben werden muss,” schreibt das DJV-Blog „freien info”.
Dazu sorgt das Bezahlmodell bei den Schreibern für ein Dilemma. Je erfolgreicher die Texte eines Autoren sind, desto größer wird die Bekanntheit von Suite101, desto mehr neue Autoren beteiligen sich und umso kleiner könnten die Werbeeinnahmen des ersten Schreibers werden. Dazu besteht immer die Möglichkeit, dass einzelne Texter versuchen könnten, ihre eigenen Geschichten und Einnahmen nach oben zu klicken. Als Reaktion darauf beinhalten die AGBs viele Einschränkungen, um die Klickbetrug-Gefahren zu minimieren.

Das kanadische Mutterunternehmen ist fest in deutscher Hand. Gegründet wurde es von Boris Wertz. Bereits seit 2002 arbeitet er in Kanada und gründete dort unter anderen den Buchspezialisten abebooks.com. In Deutschland ist Wertz noch an der Web2.0-Reisecommunity Tripsbytips beteiligt. Präsident von Suite101 ist der gebürtige Hamburger Peter Berger. Bevor er bei Suite101 einstieg, arbeitet er als Unternehmensberater bei der Bosten Consulting Group. Bereits 2006 stieg Burda Digital Venture mit einer „signifikanten Minderheit im zweistelligen Prozent-Bereich” bei dem Start-up aus Vancouver ein. Den größten Teil der restlichen Anteile hält Boris Wertz.

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