1. Bild am Sonntag, der "Blut-Scheich" und die Lobby-Agentur: Netzwerken im journalistischen Schattenreich

    Unter der Schlagzeile „Blut-Scheich versucht, deutsche Meinung zu kaufen“ berichtete die Bild am Sonntag vergangenes Wochenende über heikle Aktivitäten der Berliner Lobby-Agentur WMP Eurocom. Beim Kunden Saudi-Arabien habe diese mit der „Beeinflussung von Journalisten“ sowie der Vermittlung von Kontakten zu „deutschen Spitzenpolitikern“ geworben. Tatsächlich hatte die Springer-Zeitung aber selbst in der Vergangenheit zu WMP recht intensiven Kontakt, den der Investigativ-Report ausblendet. Ein Blick hinter die Kulissen einer tabuisierten Redaktions-Connection.

  2. "Bild-Zeitung hat genau jene Unterstützung in Anspruch genommen, die sie jetzt an den Pranger stellt": WMP-Chef Inacker kritisiert "Blut-Scheich"-Enthüllung der BamS

    Die Verwicklung von Kronprinz Muhammad Bin Salman in die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hat weltweit Empörung hervorgerufen. Mit einer Titelgeschichte über „Geheim-Papiere“, die angeblich belegen, wie das saudi-arabische Köngishaus versuche, deutsche Medien-Meinung „zu kaufen“, sorgte die Bild am Sonntag jetzt für Aufsehen. Im Mittelpunkt: die in Berlin ansässige Agentur WMP Eurocom, die den Saudis diese „Dienstleistung“ angeboten habe und dafür monatlich eine sechsstellige Summe kassiere. WMP-Chef Michael Inacker weist den Vorwurf im MEEDIA-Interview als „üble Unterstellung“ zurück und erklärt, warum er dennoch das Mandat für die Königsfamilie „mit sofortiger Wirkung“ beende.

  3. Im Fall des verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschukdschi: Türkei erhöht Druck – Trump besorgt

    Im Fall des in Istanbul verschwundenen und möglicherweise ermordeten saudi-arabischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi erhöht Ankara den Druck. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche bestellte das türkische Außenministerium den Botschafter des arabischen Königreiches ein. US-Präsident Trump äußert sich besorgt.

  4. Snapchat blockiert Nachrichtensender Al-Dschasira in Saudi-Arabien

    Das soziale Netzwerk Snapchat hat den Kanal des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Saudi-Arabien auf Druck der Regierung gesperrt. Es sei bedauernswert, dass eine große Plattform wie Snap Inc. damit beginne, Medieninhalte zu zensieren, teilte Al-Dschasira am Montag mit. Demnach werde der Kanal von Al-Dschasira in der „Discover“-Funktion von Snapchat blockiert. Über diese Funktion verbreiten zahlreiche internationale Medienhäuser ihre Nachrichten in dem sozialen Netzwerk.

  5. Verwirrung um verpixelte Merkel-Haare: Araber können auch Satire

    Satire-Seiten im Netz sind mitunter ganz schön verwirrend. Zumal ausländische Witzbolde hierzulande gerne ernstgenommen werden. So geschehen anlässlich des Saudi-Arabien-Besuchs von Angela Merkel. Außerdem im MEEDIA-Wochenrückblick: Giovanni di Lorenzo fordert Haltung, Moritz von Uslar schert sich nicht um Twitter-Gebote, Heinz Strunk plaudert aus der Intimschatulle und beim Express gibt’s Spülmaschinen-Sex.