1. Das „Raser“-Urteil des BGH – und die postwendende "Analysen"-Kultur von Medien und Experten

    Es war ein bundesweit beachteteter Prozess mit einem spektakulären Ausgang: Im Februar 2017 verurteilte das Landgericht Berlin zwei Autoraser erstmals wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Ein Jahr später hat der Bundesgerichtshof dieses Urteil aufgehoben und den Tötungsvorsatz an einem unbeteiligten Autofahrer als nicht erfüllt angesehen. Der BGH-Entscheid wurde in den Medien auch von Rechtsexperten umgehend kommentiert – obwohl die höchstrichterliche Urteilsbegründung noch gar nicht vorlag. In einem MEEDIA-Gastbeitrag kritisiert der frühere Bundesrichter Thomas Fischer die vorschnellen „Analysen“.