1. Kritik an Prozessbericht über Doppelmörder Marcel H.: Der Blutrausch des Täters ungefiltert in der FAZ

    In der vergangenen Woche berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über den Prozess gegen Marcel H., der Anfang 2017 zwei Menschen brutal ermordete. In dem Text schildert der Autor grausamste Details, die selbst für einen Bericht über einen Mordfall extrem sind – und die den Leser kalt erwischen. Der Fall wirft einmal mehr die Frage auf: Gibt es beim Thema Gewaltverbrechen ein Zuviel an Wahrheit?

  2. „Auch die neue Richtlinie ist tendenziös“: Redaktionen kritisieren die Aktualisierung der Pressekodex-Ziffer 12.1

    Der Deutsche Presserat hat die umstrittene Richtlinie 12.1 überarbeitet. Die Ziffer beschäftigt sich mit der Nennung der Täterherkunft nach einer Straftat und soll unter Gesichtspunkten des Diskriminierungsschutzes für Medien ein Leitfaden sein. In einer MEEDIA-Umfrage zeigen sich Chefredakteure allerdings wenig begeistert – einige sehen sogar eine Verschlimmbesserung der Richtlinie.

  3. Diskriminierungsrichtlinie zur Täterherkunft: Presserat überarbeitet viel diskutierten Kodex-Paragrafen 12.1

    Der Deutsche Presserat hat die viel diskutierte Richtlinie 12.1 zum Diskriminierungsschutz nach Straftaten überarbeitet. In der Paragrafennovelle des Pressekodex‘ wird nun die „eigenständige Verantwortung der Redaktionen“ bei der Nennung der Täterherkunft „bekräftigt“, heißt es. Das Gremium lehnte im vergangenen Jahr die von Kritikern geforderte Streichung der Richtlinie ab.

  4. Nach Fahndungserfolg: WDR verpixelt das Foto des Tatverdächtigen im Kindermordfall von Herne wegen Persönlichkeitsrechten

    Der mutmaßliche Mörder von Herne, der im Verdacht steht einen neunjährigen Jungen erstochen zu haben, wurde gefasst. Das Gesicht des jungen Mannes wurde von der Polizei zu Fahndungszwecken genutzt und bundesweit verbreitet. Nach der Festnahme, hat sich die Redaktion der „Aktuellen Stunde“ des WDR entschieden, das Foto nun wieder zu verpixeln, um die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Täters zu schützen. Stoff für eine neue Medienethik-Debatte.

  5. Kanzlerin Merkel zur Freiburg-Debatte: „Herkunft des Täters muss klar benannt werden“

    Nachdem sich bereits SPD-Chef Sigmar Gabriel zur Festnahme des mutmaßlichen Mörders von Maria L. aus Freiburg äußerte, erklärte sich am Abend auch Kanzlerin Angela Merkel zum Thema. In den „Tagesthemen“ warnte sie davor, die Tat eines einzelnen Flüchtlings zu instrumentalisieren und pauschal zu urteilen. Merkel sagte aber auch, die Herkunft des Täters müsse „klar benannt“ werden.

  6. Beschwerden wegen Abdruck von Amokopfer-Fotos: BamS wird Fall für Presserat

    Die Berichterstattung zum Amoklauf in München wird den Deutschen Presserat beschäftigen. Nach dem Attentat, bei dem zehn Menschen ums Leben gekommen sind, wird sich das Kontroll-Gremium demnächst mit dem Abdruck von Opferfotos in der Bild am Sonntag sowie bei Bild.de beschäftigen. Die Medien hatten die Bilder unverpixelt veröffentlicht und damit erste Beschwerden ausgelöst.

  7. Nennung der Herkunft von Straftätern: Presserat prüft Richtlinie gegen Diskriminierung

    Der Deutsche Presserat stellt die Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern auf den Prüfstand. Bei einem nicht-öffentlichen Treffen an diesem Mittwoch in Berlin steht die Diskussion über die betreffende Richtlinie 12.1 im Pressekodex auf der Tagesordnung. Unter Chefredakteuren wird der Pressekodex seit einiger Zeit diskutiert.

  8. Das Knut-Embargo: die skurrile Presserats-Beschwerde gegen Berliner Kurier und Berliner Zeitung

    Regelmäßig versuchen Kommunikationsabteilungen den Zeitpunkt einer Nachrichtenveröffentlichung durch so genannte „Sperrfristen“ zu kontrollieren. Sie liefern den Journalisten Informationen, schreiben aber fest, wann diese veröffentlicht werden dürfen. Berliner Kurier und Berliner Zeitung haben sich vergangene Woche über eine Sperrfrist in Sachen Eisbär Knut hinweggesetzt – und sind nun ein skurriler Fall für den Presserat.

  9. Compliance-Kodex: Presserat sieht Initiative vieler DAX-Unternehmen als Ergänzung

    Der Deutsche Presserat begrüßt den neuen Compliance-Kodex, der innerhalb eines Unternehmens den Umgang mit den Medien regeln soll. Die Richtlinien, an der zahlreiche Dax-Konzerne mitgewirkt haben, seien eine „sinnvolle Ergänzung zu den etablierten und anerkannten ethischen Grundsätzen des Pressekodex.“

  10. Pressekodex von Unternehmen: Die Wirtschaft macht sich Sorgen um die Unabhängigkeit der Medien

    Wie tief sind wir, die Medien, eigentlich gesunken? Die deutsche Wirtschaft macht sich Sorgen um die Unabhängigkeit der freien Presse, weil es mittlerweile zu einfach geworden sei, sich redaktionelle Berichterstattung zu erkaufen. Um sich selbst zu ermahnen, haben Dax-Konzerne nun einen Kodex aufgesetzt, um Einflussnahme auf die Medien zu reglementieren.