1. "Noch sind wir nicht in Russland oder Afghanistan": Chefredakteur will Arbeit des ermordeten Reporters Ján Kuciak fortsetzen

    Der brutale Mord an den slowakischen Hournalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten hat eine heftige Diskussion um die Medienfreiheit in dem EU-Land, das unter Korruption und organisierter Kriminalität leidet, entfacht. Der 27-jährige Investigativ-Reporter arbeitete für das Nachrichtenportal Aktuality.sk, das zu Axel Springer und Ringier gehört. Im Interview spricht Chefredakteur Peter Bárdy über den schweren Verlust und die komplizierten Bedingungen für Journalisten in der Slowakei.

  2. Gericht bestätigt Schmähgedicht-Verbot: die wichtigsten Fakten zum Hamburger Urteil gegen Böhmermann

    Die Liste der juristischen Entscheidungen in der Causa Böhmermann wird länger: Heute sprach das Landgericht Hamburg sein Urteil in der Unterlassungsklage Erdogans gegen den Satiriker und bestätigte eine einstweilige Verfügung, nach der ein Großteil des Schmähgedichts verboten ist. Die Justiz hat sich mehrfach mit dem Fall befasst – doch wieso fallen Entscheidungen so unterschiedlich aus? MEEDIA fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zusammen.

  3. Presserat über Videoübertragungen aus dem Gerichtssaal: Richter sollen nicht alleine entscheiden

    Der Deutsche Presserat fordert, bei Prozessen künftig Bildübertragungen aus dem Gerichtssaal in Nebenräume zu ermöglichen. Und Journalisten sollten nicht außen vor bleiben, wenn entschieden wird, welche Prozesse als zeithistorisch wichtig gelten. Zur Diskussion steht ein Gesetzesentwurf aus dem Bundesjustizministerium, nachdem das Verbot für Ton- und Videoaufnahmen aus Gerichtssälen gelockert werden soll.

  4. Trotz Gerichtsentscheid: Bild lässt komplettes Schmähgedicht-Video weiterhin online

    Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen Teile des von Jan Böhmermann verfassten Schmähgedichts über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan erlassen. Das Verbot einiger Passagen macht das Gedicht im Gesamten nahezu unbrauchbar. Mit dem Gerichtsentscheid sind die beanstandeten Passagen aber nicht aus der Welt – Bild will das komplette Video nicht von der Webseite nehmen.

  5. „Böhmermann-Paragraf“: Bundesrat lehnt sofortige Abschaffung von Paragraf 103 StGB ab

    Der Paragraf 103 StGB, der die Beleidigung von Staatsoberhäuptern regelt und Gegenstand des Strafverfahrens gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann ist, wird nicht sofort abgeschafft. Das entschied am Freitag der Bundesrat und ließ einen Antrag der SPD-geführten Bundesländer damit abblitzen. Dabei bleibt es bei der Abschaffung des „Böhmermann-Paragrafen“ für 2018 – und auch bei den Ermittlungen gegen den Satiriker.

  6. Böhmermann sagt Auftritt bei Grimme-Preis-Verleihung ab

    Der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat seine Teilnahme an der Grimme-Preis-Verleihung am Freitagabend in Marl abgesagt. Das Grimme-Institut bestätigte das auf Anfrage. „Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe“, postete der 35-Jährige am Freitagmorgen auf Facebook. „Mein Team von der Bildundtonfabrik und ich bitten um Verständnis, dass wir heute Abend nicht in Marl feiern können.“

  7. Erdogans Demokratieverständnis: Türkei soll Löschung des „extra 3“-Beitrags gefordert haben

    Das türkische Aussenministerium soll im formellen Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Ankara gefordert haben, das Video der NDR-Sendung „extra 3“ zu löschen. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur dpa. Darin hatten sich die Satiriker über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan lustig gemacht. Nun haben sie nachgelegt.

  8. #kuenstlergegenrechts: Wie Kreativschaffende bei Facebook gegen den Erfolg der AfD protestieren

    Die Alternative für Deutschland (AfD) ist längst mehr als eine Anti-Euro-Partei. Die Rechtspopulisten wollen nicht nur in der Flüchtlingsfrage radikal vorgehen, sondern unter anderem auch Kultur- und Medienangebote regulieren. Die Erfolge bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag haben nun einige Künstler aufgerüttelt, die mit einem Social-Media-Protest vor den Zielen der AfD warnen.

  9. Nach Explosion in Istanbul: Türkische Regierung verhängt Nachrichtensperre

    Nach dem mutmaßlichen Anschlag in der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat die Regierung eine Nachrichtensperre verhängt. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK am Dienstag mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der „nationalen Sicherheit“ diene. Wie die dpa berichtet, wird die Arbeit der Journalisten vor Ort durch die Nachrichtensperre erheblich erschwert, der DJV übt Kritik.

  10. Weil Tweets nicht gelöscht wurden: Türkei verhängt Geldstrafe gegen Twitter

    Die türkische Behörde für Informationstechnologie (BTK) hat erstmals eine Geldstrafe gegen Twitter verhängt. Die BTK verfügte, dass das Netzwerk eine Strafe von 150 000 Lira (rund 43 000 Euro) zahlen muss, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Grund sei, dass Twitter trotz entsprechender Gerichtsbeschlüsse Inhalte nicht gelöscht habe, die unter anderem Terrorismus verherrlichten.