1. Presserat missbilligt Bild für “GroKo-Hund Lima” und rügt die angebliche “Schmutzkampagne bei der SPD”

    Am gestrigen Donnerstag kam die Titanic mit ihrer neuesten Ausgabe, in der die Satiriker noch einmal genau erklären, wie sie beim #Miomiogate die Bild-Redaktion narrten. Einen Tag später legt der Presserat nach und rügt deshalb die Boulevard-Zeitung. Insgesamt sprachen die Medienwächter zehn Rügen aus, von denen allein Bild vier kassierte. Die Wedel-Berichterstattung der Zeit beanstandete der Presserat aber nicht.

  2. Weniger Beschwerden und Rügen: Neue Regeln zur Herkunftsnennung haben sich laut Presserat bewährt

    Zeitungs- und Zeitschriftenleser haben sich 2017 weniger beim Deutschen Presserat beschwert. Insgesamt erreichten die freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien 1788 Beschwerden, im Vorjahr waren es noch 1851, wie der Presserat am Mittwoch mitteilte. In 21 Fällen wurden Rügen verhängt, die schärfste Sanktion gegen die betroffenen Medien. Im Vorjahr hatte der Rat noch 33 Rügen ausgesprochen.

  3. “Methode Barbie”: Polizei verteidigt öffentliche G20-Fahndung auch nach Minderjährigen

    Mit maximaler Öffentlichkeit sucht die Polizei Hamburg nach 104 mutmaßlichen G20-Randalierern. Die Bild machte am Dienstag deshalb mit dem Thema auf und zeigte dazu das Foto einer jungen, blonden Frau, die die Redaktion als “Krawall-Barbie” bezeichnete. Sie ist seitdem – ungewollt – das Gesicht der öffentlichen Fahndung. Mittlerweile ist sie identifiziert. Es handelt sich um eine 17-jährige Hamburgerin, die – zumindest nach Einschätzung der Süddeutschen Zeitung – deshalb besser hätte geschützt werden müssen.

  4. "Ihr kommt nicht davon": Bild druckt Fotos von mutmaßlichen G20-Straftätern und befeuert Pranger-Debatte

    Fünf Monate nach den schweren Ausschreitungen während des G20-Gipfels haben die Hamburger Ermittler Fotos von mutmaßlichen Randalierern online veröffentlicht. Die Bild unterstützt die Fahndung und druckt heute Bilder der Verdächtigen auf den Seiten 1 und 5. Damit stoßen sowohl die Polizei als auch Bild auf Unverständnis und Missbilligung. Bild-Chef Julian Reichelt indes kritisiert die Kritiker.

  5. "Fake News" oder kein Respekt vor der Wahrheit? Der Spiegel und die Hotelzimmer-Szene, die es nie gab

    Nach dem Eisenbahn-Einstieg folgt die Hotelzimmer-Szene: Erneut sieht sich der Spiegel massiver Kritik wegen seiner Arbeitsweise ausgesetzt. Diesmal geht es um einen Fehler im Zusammenhang mit der G20-Berichterstattung, den namhafte Kritiker, darunter der Hamburger Medienunternehmer Frank Otto, für symptomatisch halten. Sogar von „Fake News“ ist die Rede. Der Spiegel weist die Vorwürfe zurück.

  6. G20-Konsequenz: Bundespresseamt setzt Akkreditierungsbeauftragten für Journalisten ein

    Im Bundespresseamt gibt es künftig einen Akkreditierungsbeauftragten. Er soll zum Ende des Jahres ernannt werden, teilte eine BPA-Sprecherin auf Anfrage am Freitag mit. „Der Akkreditierungsbeauftragte ist eine dauerhaft eingerichtete Stelle, die von einem hochrangigen Beamten und Volljuristen aus dem Bundespresseamt besetzt wird.“ Er werde in enger Abstimmung mit Ansprechpartnern im Bundesinnenministerium und den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.

  7. Presserat missbilligt Fahndungsaufruf zu G20-Gewalttätern in Bild und rügt FAZ für homophoben Kommentar

    Nach den gewalttätigen Krawallen während des G20-Gipfels druckte die Bild Fotos mutmaßlicher Randalierer und rief die Leser dazu auf, sachdienliche Hinweise zu den gezeigten Personen der Polizei zu melden. Dafür sprach der Presserat nun eine Missbilligung aus: Es gehöre nicht zur Aufgabe der Presse, selbständig nach Bürgern zu fahnden. Rügen sprachen die Medienwächter u.a. gegen Focus Online, Bild.de und die FAZ aus.

  8. Wende im Prozess um Zitat-Streit: Spiegel TV erwirkt einstweilige Verfügung gegen "Panorama"

    Spiegel TV hat sich im Zitate-Streit mit „Panorama“ durchgesetzt und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Dem ARD-Magazin wird verboten, eine Szene zu zeigen, die exklusiv in einer G20-Dokumentation des „Spiegel TV Magazin“ ausgestrahlt worden war. Das Urteil des Hamburger Landgerichts überrascht: Während der mündlichen Verhandlung am Vortag hatte die Kammer noch angedeutet, die Klage abzuweisen.

  9. Zitatrecht als "Feigenblatt": Spiegel TV verklagt "Panorama" wegen Übernahme einer Szene aus G20-Doku

    Das ARD-Politmagazin „Panorama“ hat für einen Beitrag über Polizei-Gewalt während des G20-Gipfels umfangreich Video-Material Dritter verwendet. Dabei bedienten sich die Investigativ-Journalisten gegen den erklärten Willen der Urheber auch an einer Dokumentation des Konkurrenten Spiegel TV. Heute trafen sich die Parteien vor Gericht. Die Klage von Spiegel TV hat danach wenig Aussicht auf Erfolg.

  10. "Erheblicher Eingriff in die Pressefreiheit": Weiteren Journalisten wurde G20-Akkreditierung zu Unrecht entzogen

    Sechs Wochen nach dem G20-Gipfel in Hamburg klärt sich weiter auf, weshalb manchen Journalisten spontan die Akkreditierung entzogen worden war. In Fällen, die nun das ARD Hauptstadtstudio zitiert, nennt das BKA Verwechselungen und falsche Vorwürfe. Dabei wurden Straftaten unterstellt, die nicht begangen worden waren. Damit wächst der Druck auf das Bundespresseamt und Regierungssprecher Steffen Seibert.