1. Presseratsbeschluss: nicht-repräsentative Online-Umfragen brauchen klare Kennzeichnung

    Nicht-repräsentative Online-Umfragen sollen künftig eindeutig gekennzeichnet werden. Das hat der Deutsche Presserat nach einer entsprechenden Nutzerbeschwerde entschieden. Bei einer Umfrage im Internet konnte dieser 192 Mal abstimmen und so das Ergebnis entscheidend verzerren. Da der Fall zum ersten Mal vor dem Kontrollgremium der Medienwächter landetet, verzichtete der Rat auf eine Sanktion.

  2. Manfred Protze abgelöst: Volker Stennei zum neuen Sprecher des Presserats gewählt

    Der Deutsche Presserat hat einen neuen Sprecher: Ab sofort übernimmt Volker Stennei den Vorsitz des Ethik-Gremiums. Der Chefredakteur des Hellweger Anzeigers war bislang stellvertretender Sprecher und löst in seiner neuen Funktion Manfred Protze ab. Protze hatte das Amt für zwei Jahre inne und wird auch in Zukunft Mitglied des Presserats bleiben.

  3. Polizisten immer häufiger Publizisten: Presserat beobachtet steigende Konkurrenz zwischen Medien und Polizei-Pressestellen

    Die Pressestellen der Polizei hätten sich zu Medien entwickelt, erklärte Manfred Protze, Sprecher des deutschen Presserates, auf der Jahrespressekonferenz in Berlin hinsichtlich der Social-Media-Aktivitäten. Damit würden sie ein objektives Wettbewerbsverhältnis schaffen. Besonders der geänderte Pressekodex 12.1 zur Herkunftsnennung von Straftätern und Verdächtigen sorgt dabei für Spannungen.

  4. Weniger Beschwerden und Rügen: Neue Regeln zur Herkunftsnennung haben sich laut Presserat bewährt

    Zeitungs- und Zeitschriftenleser haben sich 2017 weniger beim Deutschen Presserat beschwert. Insgesamt erreichten die freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien 1788 Beschwerden, im Vorjahr waren es noch 1851, wie der Presserat am Mittwoch mitteilte. In 21 Fällen wurden Rügen verhängt, die schärfste Sanktion gegen die betroffenen Medien. Im Vorjahr hatte der Rat noch 33 Rügen ausgesprochen.

  5. DJV-Chef Frank Überall hinterfragt Änderung zur Herkunftsnennung und hält alte Richtlinie für präziser

    Nach langen Diskussionen hat der Deutsche Presserat die Richtlinie zur Herkunftsnennung im Pressekodex 2017 geändert. Am 22. März jährt sich die Neuformulierung zum ersten Mal. Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), fand den alten Ansatz besser. Denn die neue Richtlinie sorge für mehr Verunsicherung, sagt er im Gespräch.

  6. Wegen Vorwurf der Vorverurteilung: Presserat prüft Beschwerde gegen Wedel-Story im Zeit Magazin

    Jetzt muss sich auch der Presserat mit der Berichterstattung zu Dieter Wedel und den Vorwürfen mutmaßlicher sexueller Belästigung gegen den Regisseur beschäftigten. Wie die Medienwächter gegenüber MEEDIA bestätigen, liegt ihnen mittlerweile eine Beschwerde gegen die Zeit vor.

  7. „Königin Letizia – Heimliche Tochter aufgetaucht“: Presserat rügt Bauers Neue Post, Bravo Sport und Bild Online

    In der vergangenen Woche erhielten die Yellow-Verlage Burda, Funke und Bauer den Negativ-Preis „Die verschlossene Auster“ vom Netzwerk Recherche. Jetzt kassiert Bauers Neue Post zudem noch eine Rüge vom Presserat wegen zwei Stories über Joachim Gauck und der spanischen Königin Letizia, die „ ausschließlich durch Spekulationen hergeleitet“ gewesen sein sollen. Weitere Rügen gab es für Bravo Sport und Bild Online.

  8. Schleichwerbe-Debatte: Nicht nur Brigitte.de, auch Bauers Wunderweib jubelt über BHs bei Aldi

    Im Web liefert sich Bauers Wunderweib mit G+Js Brigitte ein Duell um die Marktführerschaft. Dabei setzen die beiden Portale ganz ähnliche Tricks ein, um den Traffic zu steigern. Brigitte.de muss sich gerade dafür rechtfertigen, dass man werblich anmutende Artikel über Produkt-Angebote von Aldi, Tchibo & Co. veröffentlicht, die sich an der Grenze zur Schleichwerbung bewegen, aus SEO-Sicht aber bestens funktionieren. Bauers Wunderweib bedient sich derselben Masche.

  9. Schaufenster-Artikel für Tchibo, Aldi & Co. bei Brigitte.de: Schleichwerbung oder „Serviceleistung für Userinnen“?

    Am Anfang war es „nur“ die Beschwerde-Mail einer enttäuschten Brigitte-Leserin, doch das Thema könnte Gruner + Jahr und die Branche noch länger beschäftigen. Es geht um die Art, in der bei Brigitte.de Produkte von Fashion-Discountern präsentiert werden und die nicht irrelevante Frage, ob es sich dabei im Kern nicht um Schleichwerbung handelt. Der Verlag scheint sich keines Problems bewusst.

  10. Kopf-ab-Cover: Nach dem Trump-Spiegel nun auch Charlie Hebdo-Titel mit Merkel Fall für den Presserat

    Knapp vier Monate nach Erscheinen der ersten Ausgabe hat der deutsche Ableger ist beim Deutschen Presserat erstmal eine Beschwerde gegen ein Cover von Charlie Hebdo eingegangenen: Der Titel des Satire-Magazins, auf dem Angela Merkel, in Anlehnung an den umstrittenen Spiegel-Titel mit US-Präsident Donald Trump, geköpft wird, diffamiere die Bundeskanzlerin.