1. Journalismus in der Krise: die fünf Defizite der Corona-Berichterstattung

    Werden wir in der Corona-Krise hochwertig informiert? Die Wissenschaftler Klaus Meier und Vinzenz Wyss blicken auf die Berichterstattung in Deutschland und in der Schweiz seit Beginn der Pandemie. Beide Forscher analysieren den Zustand des Journalismus – und erkennen fünf Defizite.

  2. "Die Verharmlosung der Gewalt macht uns wütend": RWE-Mitarbeiter beklagen einseitige Berichterstattung zum Hambacher Forst

    Seit Wochen blickt Mediendeutschland in den Hambacher Forst, wo der Energiekonzern RWE ab Mitte Oktober große Teile des Waldes roden will. Die Besetzung des Waldgebietes durch Aktivisten ist zum Symbol für den Kampf gegen den Braunkohleabbau geworden – und zum Dauerthema in den Redaktionen. Die Berichterstattung verläuft in den Augen einiger RWE-Mitarbeiter aber alles andere als fair. Auf Facebook prangern sie insbesondere die Verharmlosung von Gewalt an.

  3. „Hätte nie erscheinen dürfen“: Thüringer Allgemeine entschuldigt sich für antisemitischen Beitrag einer Kulturautorin

    Ein Beitrag der Thüringer Allgemeine (TA) über das „Yiddish Summer“-Fest in Weimar hat für Empörung gesorgt. Die Autorin warf dem Festivalleiter vor, er profitiere von „humanitären Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg“. Die Organisatoren reagierten entsetzt. Der Chefredakteur des Funke-Blattes hat sich nun öffentlich entschuldigt.

  4. Medienmacher diskutieren Doppelmoral bei Thailand-Rettung: „Warum interessieren zwölf Jugendliche mehr als tausende Ertrunkene?“

    Das Interesse der Medien an der dramatischen Höhlenrettung in Thailand ist enorm. Dass sich Medien so detailliert mit den Vorfällen aus Fernost beschäftigen, während vor den Grenzen Europas Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, finden einige Twitter-Nutzer „pervers“. Den Kritikern wird wiederum „Selbstprofilierung“ und „Heuchelei“ vorgeworfen. Dabei liegt das Problem in der Natur der Sache.

  5. Nachrichtenwert „Flüchtling“: Wer im Pressekodex eine Bevormundung sieht, hat ihn nicht verstanden

    Vergewaltigungen in Freiburg, Bochum und jetzt Hamburg haben zu einer breiten Mediendebatte geführt: Wie berichtet man über solche Fälle, bei denen mutmaßlich Flüchtlinge die Täter sind? Für MEEDIA hat die Journalismus-Forscherin Prof. Dr. Marlis Prinzing dies unter kommunikationswissenschaftlichen Aspekten betrachtet – mit Blick auf Nachrichtenwerttheorie und Medienethik. Die Gastautorin kommt u.a. zum Schluss, dass ein Paragraf des Pressekodex dabei zu Unrecht in der Kritik steht.

  6. Petry, Trump & Co.: die Angst der Populisten vor der Presse

    Donald Trump hat vor gut zwei Wochen die US-Wahl gewonnen und beherrscht seitdem die weltweiten Nachrichten. Faszinierend dabei: Der künftige US-Präsident hat bislang nicht eine einzige klassische Pressekonferenz gegeben. Ausgesuchte TV-Interviews gibt er, YouTube- und Twitter-Statements sowieso. Aber vor Gesprächen mit kritischen Berichterstattern scheint er zurückzuschrecken. Ein ähnliches Bild gibt hierzulande gerade die AfD ab. Auch die Alternative für Deutschland sperrte am Wochenende die Presse aus.

  7. „Ohne Schaum vor dem Mund berichten“: DJV-Chef Überall fordert mehr Sachlichkeit in AfD-Berichterstattung

    Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) warnt davor, über die AfD „mit Schaum vor dem Mund“ zu berichten. Die AfD in der Berichterstattung möglichst auszublenden, hält Frank Überall, ebenfalls für eine falsche Strategie: „Ich war immer ein Gegner davon, Parteien wie die AfD in den Medien zu ignorieren“, so der Journalist.