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„Friendly Disagreement“

Carsten Schwecke gibt Positionen bei Axel Springer auf

Carsten Schwecke

Axel-Springer-Vermarkter Carsten Schwecke – Foto: Media Impact

Überraschender Abgang bei Media Impact und Axel Springer All Media: Carsten Schwecke tritt von seinen Positionen zurück, wie er bei LinkedIn bekanntgegeben hat. Dieser Schritt erfolge im „besten ‚friendly disagreement'“, schreibt der CEO.

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Er war seit Jahren das Gesicht der Springer-Vermarktung: Carsten Schwecke. Zunächst als Chief Digital Officer, später als CEO von Media Impact übernahm er zudem ab Juli 2020 die Position als CEO bei Axel Springer All Media (ASAM). Unter diesem Dach bündelt Springer alle „Aktivitäten mit Nähe zum Werbemarkt“, etwa Media Impact als zentrale Vermarktungseinheit von „Bild“ und „Welt und dem Video-Vermarkter Visoon. Nun hat Schwecke bei LinkedIn seinen Rücktritt von allen Positionen zum 1. Februar 2023 verkündet. Er trete „im besten ‚friendly disagreement'“ zurück, schreibt er. „Man muss loslassen, um neu loslegen zu können. Kalt lässt das trotzdem nicht, denn es endet nun mal ein Lebensabschnitt“, so der Vermarkter.

Über die genauen Beweggründe wird kein Wort verloren. Schweckes Einlassung „friendly disagreement“ deutet aber darauf hin, dass er mit der Neu-Ausrichtung des Unternehmens hadert. Anfang der Woche wurde bekannt, dass News-Media-Vorstand Ulrike Handel den Springer-Konzern verlassen wird. Gleichzeitig baut Springer die Strukturen um und trennt die Marken „Welt“ und „Bild“. Die Markengruppen „Bild“ und „Welt“ sollen künftig als eigenständige Einheiten gesteuert werden, mit jeweils eigenem CEO. Das Segment News Media National, wo beide Marken bisher gemeinsam geführt wurden, wird damit faktisch aufgelöst (MEEDIA berichtete).


Kommentar: Warum die neue Strategie bei Springer zu wenig ist –

Jene Umstrukturierung hat auch Auswirkungen auf die Vermarktung. Neben Claudius Senst als CEO der „Bild“-Gruppe. wird Christoph Eck-Schmidt zweiter Geschäftsführer des Bereichs. Er leitet frühestens ab Februar 2023 zusätzlich zu seiner Aufgabe als CEO von Bonial als Chief Revenue Officer das gesamte Vermarktungsgeschäft der Markengruppe. Mit mehr unternehmerischer Eigenständigkeit sollen Strukturen klarer gestaltet, Entscheidungswege beschleunigt sowie die Markenidentifikation und Zielgruppenansprache von „Bild“ und „Welt“ gestärkt werden. So das Ziel von Springer-Chef Mathias Döpfner. Im Zuge der Umstrukturierung könnte es daher ebenfalls zu weiteren Veränderungen bei ASAM kommen.

Schwecke wiederum war Verfechter einer zentralisierten Vermarktung, die in den vergangenen Jahren auch verfolgt wurde. Unter seiner Führung gab es unter anderem die Gründung des Axel Springer Brand Studios, Mandatsgewinne wie Sport 1 sowie den Ausbau der Zusammenarbeit mit der Ad Alliance.

Wie es für ihn nach dem Rücktritt weitergeht, ist unklar. Schwecke schreibt bei LinkedIn: „Das werden die nächsten Wochen zeigen.“ Denkbar ist freilich, dass er Springer in einer anderen Rolle erhalten bleibt.


Weiterer Lesetipp: Carsten Schwecke im MEEDIA-Interview (August 2021)

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