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Funke Mediengruppe

Funke-Verlegerin Julia Becker hält an Rückzug aus dem BDZV fest

Julia Becker

Funke-Verlegerin Julia Becker – Foto: Imago

Der BDZV verliert einen seiner größten und wichtigsten Beitragszahler. Die Funke-Verlegerin Julia Becker will nicht in den Zeitungsverband zurückkehren.

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Es war ein ungewöhnlicher und überraschender Schritt. Im März hatte das Essener Funke Mediengruppe ihre Mitgliedschaft beim Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) fristgerecht zum 30. Juni gekündigt, zum Jahresende wird die Kündigung nun wirksam. 

Auslöser hierfür war ein Zoff um den damaligen BDZV-Präsidenten Mathias Döpfner. Dieser hat als Chef des Berliner Verlagshauses Axel Springer in einer privaten Textnachricht deutsche Journalisten als „Propaganda-Assistenten“ bezeichnet. Döpfner hat die Formulierung später als überspitzt bezeichnet und sich entschuldigt, das BDZV-Präsidium stellte sich zunächst hinter ihn. Doch nach Enthüllungen der „Financial Times“, wonach Döpfner frühzeitig von Vorwürfen gegen den ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt gewusst habe und versucht habe, Ermittlungsergebnisse von der Öffentlichkeit fernzuhalten, bekam die Debatte um seine Rolle als Präsident neue Fahrt. 

So missfielen vor allem Funke-Verlegerin Julia Becker die Äußerungen Döpfners, die daraufhin ihre Konsequenzen zog. Erst drohte sie aus dem BDZV auszutreten, später macht sie Nägel mit Köpfen und kündigte die Mitgliedschaft. Doch im Herbst stellte Mathias Döpfner sein Amt als Präsident des BDZV zur Verfügung. Damit ging die Branche davon aus, dass auch Funke den Rückzug aus dem Verband rückgängig machen würde und die Mitgliedschaft fortsetzt.

Nachdem es mehrere Monate still um das Thema war, hat sich jetzt Funke entschieden, an der Kündigung festzuhalten. „Wir denken vorerst nicht an eine Rückkehr in den BDZV. Wir haben den von uns angestoßenen Reformprozess konstruktiv und engagiert begleitet und freuen uns sehr über manche Fortschritte. Trotzdem erscheint es uns verfrüht, zurzeit eine neue Mitgliedschaft zu beantragen. Klar ist: Wir beobachten die Entwicklung des Verbandes weiter aufmerksam und mit Sympathie“, so ein Funke-Sprecher gegenüber MEEDIA.  

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