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Kampagne der Woche

Furzendes Pferd vs. Mango Chutney: So werden Gold-Ideen veralbert

Zulu Alpha Kilo macht mit Mango Chutney auf die fragwürde Vergabe von Kreativ-Awards aufmerksam – Abbinder des Spots: Zulu Alpha Kilo

Zulu Alpha Kilo nimmt gern mal die eigene Branche aufs Korn. Jetzt hat die Agentur die Gold-Ideen bei Kreativ-Awards im Blick und erfand kurzerhand ein Mango Chutney für Linkshänder.

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Zulu Alpha Kilo kann es nicht lassen, den Kollegen Seitenhiebe zu verpassen. Nachdem die Kanadier sich vor drei Jahren mit der Kampagne „Billy’s Lemonade“ dem Ausverkauf unabhängiger Agenturen an die großen Netzwerke gewidmet hatten, nimmt sich die Agentur jetzt mal wieder die Kreativ-Awards respektive die extra dafür geschaffenen Gold-Ideen vor.

Zum Ende des Awards-Jahres mehren sich die Fragen, ob eine Kreativ-Arbeit das Licht der wahren Welt, also den Weg zum Konsumenten geschafft hat und dort positiv aufgenommen wurde oder ob sie nur für die Jurys der Kreativwettbewerbe gedacht war. Eine Frage, die sich die Kreativen in Toronto auch immer wieder stellen, wenn sie sich die Gewinnerlisten angucken und feststellen, dass offensichtliche Gold-Ideen mit Gold oder gar einem Grand Prix bedacht werden. Ihre Antwort ist ein nicht ganz ernst gemeinter Film.

Premiere feierte der Film im Rahmen der Auszeichnung zur Ernennung der „Agency of the Year“ durch das kanadische Fachmagazin „Strategy“. Zulu Alpha Kilo wurde mit Silber bedacht.

Die Szene: eine Dinnerparty. Einer der Gäste antwortet auf die Frage nach seinem Beruf stolz, dass er in der Werbebranche arbeitet und für die Erfindung eines Mango-Chutneys für Linkshänder einen Haufen Preise gewonnen hat. Man braucht nicht zu erwähnen, dass besagter „Mr. Chutney“ mit seiner Kreation wenig begeistern kann. Im Gegenteil: Ein ebenfalls anwesender Werber fragt nach und die Runde erfährt, dass man dieses Chutney natürlich nirgendwo kaufen kann. Es wurden lediglich sechs Gläser produziert, von denen die Frau des Kreativen vier für sich beanspruchte. Dennoch wird „Mr. Chutney“ nicht müde zu erklären, dass der Case-Film zwölf Milliarden Impressions und eine Steigerung beim Marken-Engagement von 112 Prozent aufweist, um abschließend zu verkünden, dass er dafür einen Grand Prix gewonnen hat. Peinlich betretenes Schweigen. Am Ende meldet sich dann noch eine weitere Teilnehmerin der Dinner-Runde zu Wort. Sie würde ebenfalls in der Werbung arbeiten. Auf die Frage, was sie denn gemacht hat, braucht sie nur eine Kampagne zu nennen – die Bier-Werbung mit dem furzenden Pferd – und schon kommt Stimmung auf, denn die kennt jeder in der Runde. Kein Wunder also, dass der Film mit dem Abbinder schließt: „Let’s Award Work Real People Love“.

Credits:
Auftraggeber/Umsetzung: Zulu Alpha Kilo, Toronto, Zak Mroueh (Chief Creative Officer/Creative Director), Jonah Flynn (ACD/Texter), Michael Siegers (ACD/Art Director), Shauna McKenna (Account Team), Colleen Allen (Producer), Amy Groll (Production Assistant); Film-/Postproduktion: Zulubot, Toronto, Zak Mroueh (Regie), Adam Palmer (Executive Producer), Adam Griffiths (DOP), Adam Griffiths (2nd Camera), Max Lawlor (Editor), Max Lawlor (Online), Can Yuksel (Colorist), Stephen Stepanic (Audio Engineer); Casting: Jigsaw Casting, Toronto, Shasta Lutz

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