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Fragebogen

Ich glaube nicht an Unersetzbarkeit

Ric Scheuss Feierabend

Ric Scheuss - Foto: privat

Was tun Branchenpersönlichkeiten eigentlich nach Feierabend? Wofür geben sie gerne Geld aus und sind sie für Netflix oder doch für Fitness? Wir haben bei Ric Scheuss nachgefragt. Er ist Managing Director von TRO.

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Wie lange brauchen Sie vom Büro nach Hause?

Als Pendler zwischen Home Office Köln, Headquarter Düsseldorf und Dependence Berlin sind die Fahrtzeiten nach Hause naturgegeben sehr unterschiedlich – also irgendwas zwischen 0,5-300 Minuten.

Ric Scheuss ist Managing Director der Sound-Branding-Agentur TRO. Zusätzlich war er mehrfach als Juror tätig, unter anderem als Teil der Cannes Lions oder commAward Jury und trat als Speaker bei Events wie der SXSW, DMEXCO oder NEXT Conference auf. Vor seiner Karriere in der Kreativbranche studierte Ric Scheuss Theologie und Philosophie und tourte über ein Jahrzehnt lang als Musiker durch Europa.

Was tun Sie auf dem Heimweg?

Als Musik-, Radio und vor allem Podcast-Fanatiker schwanke ich zwischen „Burial“, „Sam Fender“, „Philosophischem Radio“, „Alles Gesagt“ und Nachrichten. Also alles, was man mit den Ohren machen kann.

Was ist für Ihre Work-Life-Balance unersetzlich?

Ich habe das unendliche Glück, dass ich meistens an etwas arbeite, das ich sehr mag – und das meistens auch noch gemeinsam mit Leuten, die ich sehr mag. Die Dualität in dem Begriff bedeutet ja, dass Arbeit nicht zum Leben dazu gehört. Ich finde, wir müssen mehr daran arbeiten, dass Menschen Dinge tun können, die sie gerne machen. Bisschen kaputt malochen für zwischendurch Yoga machen und zwei Wochen Urlaub, um irgendwie klarzukommen sind jedenfalls keine gute Work-Life-Balance.

Und für wen sind Sie unersetzlich?

Ich hoffe für meinen Mann und ein paar sehr wenige enge Menschen. Ansonsten glaube ich nicht an das Konzept der Unersetzbarkeit.

Wann waren Sie das letzte Mal richtig spontan?

Bei der Beantwortung der vorigen Frage.

Und was bremst Sie leider immer wieder aus?

Ab und an der Zweifel darüber, gut genug, mutig genug und klug genug zu sein, für mich und andere die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wohin träumen Sie sich in die Ferne?

Ich träume weniger von der räumlichen Ankunft irgendwo weit weg als von der Dehnung der Zeit während der Reise an sich. Und im besten Fall geht diese Reise an einen vorher unbestimmten Ort in Italien.

Haben Sie einen guten Film- oder Serien-Tipp für uns?

Auf die Gefahr hin altmodisch zu sein: „The Sopranos“, nach wie vor eine der unglaublichsten Serien, die es sich alleine wegen der letzten drei Minuten lohnt komplett zu bingen.

Ihr Lieblingsbuch heißt …

„Mr. Aufziehvogel“ von Haruki Murakami. Ein unfassbar intensives Buch, von dem ich bis heute nicht verstehe, warum es einen so mitreißt.

Ihr Lieblingsrestaurant heißt …

Die Bar Celentano in Köln und das Tulus Lotrek in Berlin.

Fankurve oder Theatersaal?

Fankurve zweimal im Jahr; mit dem Theater habe ich es als Arbeiterkind, das Teil des Bildungsbürgertums sein wollte, häufig versucht. Ich finde es in all seinen Ausformungen schrecklich und bleibe gerne Arbeiterkind.

Von der Stange oder nach Maß?

Ich neige dazu, sehr wenig Geld für Klamotten auszugeben. Alles von der Stange – bis auf einen Smoking. Übrigens: Musik, Sound und Stimme für Marken sollte dafür immer nach Maß gefertigt sein. 😉

Wofür geben Sie gerne Geld aus?

Essen.

Und was gehört zu Ihren Guilty Pleasures?

Essen.

Der Sinn des Lebens ist …

… zu akzeptieren, dass es den nicht geben muss; und zu versuchen, für sich und andere ein guter Freund zu sein.

Und irgendwann werden Sie ganz sicher …

Ich mag eher kurzfristigere Pläne. Z.B. jeden Tag ein bisschen weniger anderen Leuten auf die Nerven zu gehen. 😉


Sie wollen uns auch auf die Nerven gehen? Dann schreiben Sie uns an feierabendmacher@meedia.de

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