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Fragebogen

Irgendwo in Europa

Opener Founders

- Foto privat

Was tun Branchenpersönlichkeiten eigentlich nach Feierabend? Wofür geben sie gerne Geld aus und sind sie für Netflix oder doch für Fitness? Wir haben bei Kerstin Bock und Carolin Lessoued nachgefragt. Sie sind die Gründerinnen der Agentur Opener.

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Wie lange brauchen Sie vom Büro nach Hause?

Carolin Lessoued: Unterschiedlich – den klassischen Arbeitsweg gibt es so bei uns bei Openers nicht mehr. Wir haben seit knapp zwei Jahren Corona-bedingt zwei kleinere Satellite-Offices in Berlin Wedding und Kreuzberg. Zudem arbeiten wir auch weite Teile im Wechsel von zuhause oder remote irgendwo in Europa, oder auch Brandenburg – jede/r wie sie/er sich wohlfühlt.

Was tun Sie auf dem Heimweg?

Kerstin Bock:  Podcasts hören. Oder auch einfach mal die Stille genießen, die man sonst so selten hat.

Kerstin Bock und Carolin Lessoued haben 2013 die Boutique Agentur Openers gegründet, zu deren Kunden namhafte, zumeist digitale Unternehmen und Brands wie beispielsweise Vinted, Gorillas, Sorare oder Spotify gehören. Beide sind darüber hinaus als Mentor*innen und Business Angels bei diversen Startups, Accelerator Programmen und Investoren aktiv.

Was ist für Ihre Work-Life-Balance unersetzlich?

Carolin Lessoued: Auszeiten und Routinen. Wir funktionieren beide am besten, wenn wir vor der Arbeit schon Zeit für uns selbst hatten, beispielsweise beim Sport. Abschalten können wir am besten in der Natur oder bei einem ausgiebigen Saunagang. Ganz generell: es ist uns wichtig, dass jeder bei Openers weiß, dass Feierabend, Urlaube und Co. auch “work-free” bedeuten und man sich voll und ganz auf das konzentrieren kann, was dann wichtig ist: Freunde, Familie, man selbst. Das versuchen wir auch vorzuleben und werden persönlich mit jedem Jahr ein bisschen besser darin …

Und für wen sind Sie unersetzlich?

Kerstin Bock: Mir liegt es am Herzen, Freundschaften aus allen Lebensphasen (Kindergarten, Schule, Studium, erste Jobs) bis heute zu pflegen und ich denke, das wird auch umgekehrt wertgeschätzt. Einen ganz besonderen Stellenwert haben auch Carolin und ich füreinander – jemanden zu finden, mit der man die gleichen Werte – beruflich wie privat – teilt und mit blindem Vertrauen zusammen funktioniert, ist nicht selbstverständlich.

Wann waren Sie das letzte Mal richtig spontan?

Kerstin Bock: Letzten Spätsommer habe ich relativ spontan und kurzfristig vor einem längeren Trip nach Italien mit meinem Partner ein sehr altes Haus und Grundstück in Brandenburg gekauft, ohne auch nur annähernd zu ahnen, was da nun bei der Sanierung auf uns zukommt.

Und was bremst Sie leider immer wieder aus?

Carolin Lessoued: Mein schlechtes Gewissen. Ich quäle mich oft und gerne, was das angeht. Zum Beispiel, wenn ich denke, ich sei zu wenig für jemanden da, ich habe mich zu weit aus dem Fenster gelehnt oder nicht oft genug vegan gegessen – um nur einige Beispiele zu nennen. Dazu kommt häufig: Fremdbestimmung versus Selbstbestimmung. Aber ich arbeite daran und versuche, gnädiger mit mir zu sein.

Wohin träumen Sie sich in die Ferne?

Carolin Lessoued: Ich habe unglaublich große Lust auf eine – oder mehrere  – Fernreisen. Japan steht aktuell ganz oben auf meiner Liste.

Haben Sie einen guten Film- oder Serien-Tipp für uns?

Kerstin Bock: Trying. So unglaublich gut und humorvoll geschrieben. Und thematisiert dazu ganz sensibel ein Tabuthema, was keines sein sollte: Unerfüllter Kinderwunsch.

Ihr Lieblingsbuch heißt …

Carolin Lessoued: Ein echtes Lieblingsbuch habe ich tatsächlich nicht. Ich lese sogar häufig 2-3 Bücher gleichzeitig, da ich ein sehr stimmungsgetriebener Mensch bin und nicht immer alles in die Zeit “passt”. Nachhaltig beeindruckt (und schockiert) haben mich Michel Abdollahi mit “Deutschland schafft mich: Als ich erfuhr, dass ich doch kein Deutscher bin” und Mareice Kaiser mit “Das Unwohlsein der modernen Mutter”, da beide wirklich erschreckende Einblicke geben, die mich nicht unbedingt überraschten, aber fassungslos machten.

Ihr Lieblingsrestaurant heißt …

Kerstin Bock: Wie soll man das in Berlin schon entscheiden? Aber durchaus öfters bin ich im Tianfuzius, bestes veganes Seczuan-style Food, oder in der Pastabar in der Schönhauser Allee anzutreffen.

Fankurve oder Theatersaal?

Carolin Lessoued: Weder noch. Vielmehr liebe ich es, ins Ballett zu gehen. Und Live-Musik, da gibt es einiges aufzuholen aus den letzten 2 Jahren!

Von der Stange oder nach Maß?

Kerstin Bock:  Da ticken wir beide sehr ähnlich. Ein Mix aus Basics, aufstrebenden Designern oder Vintage – das gilt für Mode wie auch Interieur. Besonderes und individuelles, gepaart mit geerdeten Pieces. Fast Fashion versuchen wir zu reduzieren, sind aber sicher noch weit entfernt davon, perfekt zu sein. Aber wer ist das schon? 

Wofür geben Sie gerne Geld aus?

Carolin Lessoued: Zeit. Für gute Momente mit unseren Liebsten. Und Einrichtung: Vintage-Möbelfunde, auch mal den ein oder anderen Designklassiker, Küchenequipment. Und Entertainment, ganz klar.

Und was gehört zu Ihren Guilty Pleasures?

Carolin Lessoued: Wir hatten es erst gestern davon: Essen und beim Essen schon wieder über neues Essen reden. Wir lieben es beide einfach, frische/vegetarische Lebensmittel zu verarbeiten und zu konsumieren.

Der Sinn des Lebens ist …

Kerstin Bock: Aus dem Vollen zu schöpfen. Sich nicht vorwerfen zu müssen, zu viel von etwas (Arbeit) oder zu wenig anderem (Freunde, Familie, einfach mal loslassen) gemacht zu haben, was uns aber auch wieder zu der Frage bringt, was uns ausbremst…

Und irgendwann werden Sie ganz sicher …

Carolin Lessoued: Immer dieselben Fehler machen und immer ein bisschen dazu lernen. Wir sollten uns alle und das Leben weniger ernst nehmen und mit offenen Armen und Augen durch die Welt laufen. Um es aber weniger pathetisch zu sagen: Wir werden beide noch sehr, sehr viele neue Dinge ausprobieren, die direkt oder indirekt mit unserem jetzigen Leben und Beruf zu tun haben.


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Hillevi Lausten, Alexander Graf, Peer-Arne Böttcher, Markus Langer

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