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Verbraucherbefragungen

Am Streaming spart man auch trotz Krise eher nicht

Streaming gehört nicht unbedingt zu den Ausgaben, die aktuell überdacht werden – Foto: Imago/Panthermedia

Die hohe Inflation macht den Menschen zu schaffen. Zwei Befragungen geben nun Hinweise darauf, wie sie auf die schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen reagieren und an welchen Dingen gespart wird. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

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Laut einer Online-Befragung unter 18- bis 69-jährigen durch die Agentur Initiative Media sagen 60 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen, dass sie die hohe Inflation bereits finanziell trifft, sogar 50 Prozent der Höchstverdiener (4.000 Euro +) stimmen zu. Die Folge daraus: Besonders größere Ausgaben werden in Frage gestellt. 43 Prozent der Deutschen überprüfen ihre Reisepläne. Die Anschaffung eines neuen PKW steht bei 26 Prozent der Befragten auf dem Prüfstand.

Video und Musik vom Spardrang wohl nicht betroffen

Beim generellen Konsumverhalten geben die Befragten an, dass sie im täglichen Bedarf tendenziell
weniger und preisbewusster einkaufen. Während sich bei Grundnahrungsmitteln wie Milch, Obst
und Gemüse nur 14 Prozent einschränken, sind es bei genuss-lastigeren Gütern mehr – Fleisch 22 Prozent, Süßigkeiten 23 Prozent, Kleidung und Schuhe 27 Prozent. Am wenigsten betroffen: Die Bereitschaft, sich bei Streaming-Diensten einzuschränken, fällt mit 10 Prozent (Video) und 8 Prozent (Musik) eher gering aus.

69 Prozent der Befragten geben angesichts der schwierigen Zeiten an, für aktuelle Sonderangebote und Rabatte empfänglich zu sein; auch bei renommierten Marken. Wenn es um Imagefördernde Inhalte
in der Werbung geht, teilen sich die Meinungen: Rund die Hälfte findet es gut, wenn sich Marken in
der Werbung mit aktuellen Themen befassen (50 Prozent), ihr soziales Engagement in den Fokus rücken
(45 Prozent), welchen positiven Beitrag sie leisten (51 Prozent) und welche Nachhaltigkeitsstrategie sie verfolgen (50 Prozent).

Smartphone, Internet und Streaming stehen oben auf der Prioritätenliste

Die Unternehmensberatung Deloitte hat ebenso die hiesigen Verbraucher befragt. Und ganz klar: Bei Smartphone, Streaming und Internet wollen die Menschen in Deutschland nicht sparen. Die Hälfte der von der Unternehmensberatung Deloitte befragten Konsumentinnen und Konsumenten plant Ausgaben auf Vorjahreshöhe. „Für das gewünschte Endgerät würden sogar 36 Prozent mehr ausgeben als noch 2021“, so Deloitte. Nur 14 Prozent wollten ihre Ausgaben für Geräte senken. Trotz Inflation und Wirtschaftseinbruch gebe es bei digitalen Konsumgütern kein Anzeichen für Konsumverzicht: Die Branche könne weiterhin mit stabilen Umsätzen rechnen, sagte Deloitte-Branchenexperte Tim Bottke.

Das Gros der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher will das Budget für Medien-Abos nicht reduzieren. Der Nutzeranteil kostenpflichtiger Dienste sei im Vergleich zum Vorjahr von 61 auf 65 Prozent gestiegen, der Zuwachs der Abos hierzulande habe „noch nicht seinen Scheitelpunkt überschritten“, heißt es in der Studie.

31 Prozent können sich Streaming mit Werbung vorstellen

Allerdings habe sich das Wachstum im hart umkämpften Streaming-Markt verlangsamt. Für die Anbieter rückten deshalb Streaming-Angebote mit Werbung in den Fokus, „um mit günstigeren oder sogar kostenfreien Einstiegsmöglichkeiten neue Anreize zu schaffen“. Das sei in den USA und in Asien schon erprobt. „In Deutschland können sich 31 Prozent der Befragten den Einstieg ins Streamen mit Werbeunterbrechung vorstellen, wobei die Bereitschaft in den jüngeren Alterssegmenten besonders hoch ist.“ Deshalb führt zum Beispiel Netflix eine Werbevariante ein. Für die Studie hatte Deloitte im Juni und Juli 2.000 Verbraucher in Deutschland befragt.

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