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Brand Safety

Twitter vergrault Werbekunden wegen Kinderpornographie

Twitter

Foto: Imago/NurPhoto

Twitter hat Stress mit großen Werbekunden: Mazda, Dyson und andere haben ihre Anzeigen auf dem Kurznachrichtendienst storniert. Der Grund: Anzeigen erschienen neben kinderpornografischen Inhalten. Das berichtet NTV unter Berufung auf Reuters.

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Rund 30 Werbetreibende sind davon betroffen, dass ihre Anzeigen auf Twitter-Konten erschienen, die Links zu kinderpornografischen Inhalten enthielten, so NTV. Dies gehe aus einer Überprüfung der Nachrichtenagentur Reuters von Konten hervor, die Ghost Data in einer Untersuchung über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet gefunden hatte.

Dyson, Mazda und Forbes hätten daraufhin ihre Marketingkampagnen ausgesetzt oder entfernt. Disney, Coca-Cola und NBCUniversal beschwerten sich über die Platzierung der Anzeigen. Disney kündigte demnach an, seine „Anstrengungen zu verdoppeln, um sicherzustellen, dass die digitalen Plattformen, auf denen wir werben, und die Medienkäufer, die wir nutzen, ihre Bemühungen verstärken, damit sich solche Fehler nicht wiederholen“.

Laut NTV veröffentlichte Reuters Anfang der Woche eine Liste von mehr als 500 Twitter-Accounts mit Verbindungen zu Kinderpornographie. Twitter habe diese nach eigenen Angaben überprüft und dauerhaft wegen Verletzung seiner Regeln entfernt. Daraufhin informierte Twitter per E-Mail Werbekunden, man habe „entdeckt, dass Anzeigen innerhalb von Profilen liefen, die mit dem öffentlichen Verkauf oder der Aufforderung zum sexuellen Missbrauch von Kindern zu tun hatten“, so NTV. Laut eigenem Transparenzberichten hat Twitter 2021 mehr als eine Million Konten wegen sexueller Ausbeutung von Kindern gesperrt.

Für Twitter ist dieser neuerliche Fall von nicht eingehaltener Brand Saftey ein großes Problem. Der 280-Zeichen-Dienst braucht die Gunst der Werbetreibenden, denn er erzielt laut NTV mehr als 90 Prozent seiner Einnahmen durch den Verkauf von Werbeplatzierungen.


Mediaberater Thomas Koch spricht auf der DMEXCO unter anderem über Brand Safety.

Der Skandal kommt zudem zur Unzeit, denn Twitter liegt im Clinch mit Tesla-Chef Elon Musk, der für 44 Milliarden Dollar Twitter kaufen wollte und nun den Deal nicht mehr will – wegen angeblich intransparenter Zahlen von Twitter. Beide Seiten fechten ihren Streit nun vor Gericht aus, für Mitte Oktober ist ein erster Termin anberaumt.

Brand Safety ist auch hierzulande ein großes Thema im Digitalmarketing. Digital beziehungsweise programmatisch ausgespielte Anzeigen landen immer wieder auf fragwürdigen bis kriminellen Webseiten. Diesen Missstand hat der Mediaberater Thomas Koch mit seiner Initiative #StopFundingHate angeprangert. Koch lässt die Initiative ruhen, weil er wegen der Nennung von Unternehmen, die zum Beispiel auf Fake News-Seiten werben, juristisch unter Druck steht.


Twitter-Deutschlandchefin Jolanta Baboulidis auf der DMEXCO im Gespräch mit MEEDIA, in dem es auch um Brand Safety ging.

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