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Nach gescheiterter Fusion

RTL-Group-CEO Thomas Rabe prüft Verkauf der französischen Sendergruppe M6 

Thomas Rabe ist CEO der RTL Group

Thomas Rabe, CEO der RTL Group – Foto: RTL Group (Montage: MEEDIA)

In Frankreich ist die RTL Group mit ihrem Plan gescheitert, M6 mit dem Konkurrenten TF1 zu fusionieren. Jetzt lotet RTL-Group-CEO Thomas Rabe einen Verkauf von M6 aus und stoßt dabei auf reges Interesse von Investoren.

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Noch vor zwei Tagen hatte RTL eine Anfrage von MEEDIA über einen Verkauf der Pariser Sendergruppe als „Spekulation“ zurückgewiesen. Jetzt prüft RTL Group-CEO Thomas Rabe nun doch eine Veräußerung der Sendergruppe. Der Grund: Man werde mit Interessenbekundungen für den Kauf der M6-Beteiligung „überschwemmt“, sagte Thomas Rabe, der zugleich Chef der RTL Group und seiner Muttergesellschaft Bertelsmann ist, der britischen „Financial Times“. „Deshalb testen wir den Markt.“ Auf Grundlage dieses Tests werde das Unternehmen entscheiden, ob man verkaufe oder nicht, so der Medienmanager.

Ursprünglich wollte Rabe den Pariser Sender M6, an dem die RTL Group fast die Hälfte der Anteile hält, mit der privaten TV-Gruppe TF1 verschmelzen, die dem französischen Mischkonzern Bouygues gehört. Doch die beide Unternehmen zogen ihre Pläne zurück, nachdem die Wettbewerbsprüfer in Paris Bedenken angemeldet hatten. Bertelsmann hatte die Haltung der französischen Wettbewerbsbehörden kritisiert und sieht hier eine „verpasste Chance“. Hintergrund ist, dass Rabe in Frankreich wie in vielen Ländern die Strategie verfolgt, durch Fusionen nationale Medienchampions zu schmeiden. Dadurch will sich der Manager im Wettbewerb gegen die globalen Tech-Plattformen wie Netflix, Amazon, Disney & Co behaupten.

An der Pariser Sendergruppe zeigen offenbar diverse Medienkonzerne reges Interesse, meldet das „Manager Magazin“. Als Interessenten gelten Vivendi sowie Italiens MediaForEurope (MFE). Der französische Medienriese und der von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte TV-Konzern wären schon zuvor an M6 interessiert, heißt es. Im Markt mache auch der Name des Internet-Unternehmen Altice des Telekom-Unternehmers und Milliardärs Patrick Drahi als potenzieller Käufer die Runde. Alle drei Firmen hätten eine Stellungnahme abgelehnt. Zu den erwarteten Bietern gehöre angeblich auch ein Konsortium hochrangiger französischer Unternehmer, darunter der Milliardär Rodolphe Saade. Die französische Schifffahrtsgruppe CMA CGM, die von Saade und seiner Familie kontrolliert wird, lehnte ebenfalls einen Kommentar zu Marktgerüchten ab, berichtet das „Manager Magazin“.

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