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Bericht der "Financial Times"

Springer-CEO Döpfner soll Anti-Adidas-Kampagne der „Bild“ initiiert haben

Mathias Döpfner

Mathias Döpfner - Foto: Imago

Laut „Financial Times“ hat Axel Springer-CEO Mathias Döpfner selbst angestoßen, dass die „Bild“ über ausgesetzte Mietzahlungen von Adidas während der Corona-Pandemie berichtet hat. Dabei sei Döpfner selbst Vermieter einer Adidas-Filiale in Berlin.

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Dadurch dass Döpfner Mit-Eigentümer eines Gebäudes in der Berliner Münzstraße ist, in der Adidas eine zweistöckige Filiale betreibt, habe er mitbekommen, dass der Sportartikel-Konzern wegen der Corona-Pandemie Miet-Zahlungen aussetzt. Döpfner sei darüber verärgert gewesen und habe dem damaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt vorgeschlagen, deswegen einen „öffentlichen Aufschrei“ („FT“) zu inszenieren. „Bild“ brachte die Story ohne Nennung der Quelle Döpfner und sie schlug hohe Wellen. Adidas sag sich später genötigt, in ganzseitigen Anzeigen um Entschuldigung zu bitten. Über andere Unternehmen, die ähnlich vorgingen wie Adidas, wurde laut „FT“ (€) weit weniger berichtet.

Die „FT“ verweist auf Springers interne Richtlinien, die besagten, dass journalistische Publikationen nicht durch persönliche oder geschäftliche Interessen Dritter beeinflusst werden dürfen. Springer erklärte gegenüber der Zeitung, dass man hier keinen Verstoß gegen Richtlinien sehe. Döpfner habe die Information weitergegeben, weil diese von „überragendem öffentlichen Interesse“ gewesen sei. Es sei dabei auch nicht um eine einzelne Filiale gegangen, sondern um möglicherweise hunderte Filialen auf der ganzen Welt. Die Story über Adidas sei von zahlreichen Medien weltweit aufgegriffen worden, auch von der „Financial Times“. Döpfner, so Springer, sei „ein CEO, der Journalismus versteht“ und regelmäßig Hinweise mit der Redaktion teile.

Die „Financial Times“ hatte in der Affäre um den wegen Machtmissbrauchs entlassenen „Bild“-Chef Reichelt vor einiger Zeit ein langes Hintergrundstück veröffentlicht, in dem herausgearbeitet wurde, dass Döpfner und andere Mitglieder des Vorstands versucht hätten, die Aufarbeitung der Vorgänge um Reichelt zu behindern.

swi

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