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Der Werbetrend für das bisherige Jahr

Nielsen: Deutscher Werbemarkt rutscht ins Minus

Der August lief für die deutschen Medien nicht sonderlich gut. Wie die neuesten Brutto-Werbeumsatzzahlen von Nielsen zeigen, verloren alle Branchen an Fahrt. Insgesamt setzte der Markt nun 0,6 Prozent weniger mit Reklame um als 2021.

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Nach Ablauf des Julis lagen die von Nielsen ausgewerteten deutschen Werbeträger in Sachen Brutto-Umsatz noch 0,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Zusammen mit den nun veröffentlichten August-Zahlen ist der Markt ins Minus gerutscht. Mit 21,62 Milliarden Euro liegt er 0,6 Prozent unter den 2021 erreichten 21,75 Milliarden Euro.

Bitter: Es sind nicht nur einzeln Mediengattungen Schuld an der negativen Entwicklung, sondern alle. So rutschte das Fernsehen von einem Plus von 0,6 Prozent nach Ende des Julis nun auf ein Minus von 0,1 Prozent, bei den Online-Medien wurde aus dem 0,1-Prozent-Plus sogar ein 2,6-Prozent-Minus, beim Radio aus dem 8,2-Prozent-Plus ein 5,8-Prozent-Plus, usw.

Das Radio ist gemeinsam mit der Out-of-Home-Reklame und den Kinos, die 2021 in weiten Teilen Corona-bedingt gar keinen Umsatz machten, zudem die einzige Branche, die noch über den Vergleichszahlen der Monate Januar bis August 2021 liegt.

Nielsen-Werbetrend Januar bis August 2022

Mediengruppe August – in 1.000 € YTD – in 1.000 € Anteil in % YTD Vorjahr – in 1.000 € Veränd. Vorjahr kum in %
Gesamt 2.530.217 21.620.776 100,0 21.749.113 -0,6
Fernsehen 1.165.619 9.766.712 45,2 9.781.095 -0,1
Zeitungen 365.279 3.168.471 14,7 3.213.137 -1,4
Online* 300.296 2.742.551 12,7 2.816.364 -2,6
Publikumszeitschriften 199.129 1.753.703 8,1 1.774.244 -1,2
Out of Home* 214.890 1.554.062 7,2 1.494.119 4,0
Direct Mailings 143.929 1.439.354 6,7 1.578.915 -8,8
Radio 132.943 1.147.246 5,3 1.083.967 5,8
Kino 8.132 48.676 0,2 7 569,4
* Die Online/OOH-Werte sind als vorläufig zu betrachten und können sich aufgrund von Nachmeldungen rückwirkend ändern. // Quelle: Nielsen bereinigter Werbetrend, Bruttowerbeaufwendungen Deutschland

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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