Anzeige

Road to DMEXCO: Hohe Erwartungen

DMEXCO? Ich habe noch gar kein Ticket!

DMEXCO Vorschau 2

Ist das üppige Konferenzprogramm der DMEXCO eventuell zu üppig, gemessen am intensiven persönlichen Gesprächsbedarf der Teilnehmer? Foto: DMEXCO / Montage: MEEDIA

Was erwarten Branchengrößen von der DMEXCO 2022? Geht man nach den Stimmen, die die MEEDIA-Redaktion erreicht haben, wird es gut werden. So langsam dürfte die Unsicherheit in Köln abklingen.

Anzeige

„Die DMEXCO ist für uns seit Jahren ein Garant für hochqualitative Bestandskunden Termine sowie gutes Neugeschäft. Dass das auch im Jahr 2022 wieder so sein wird merken wir bereits heute an den sich rasant füllenden Terminkalendern und den gebuchten Gesprächen vor Ort.“ Jan Homann, der Geschäftsführer von Eqolot bringt die Stimmung in der Branche ziemlich auf den Punkt.

Die Berliner haben sich auch dieses Jahr dazu entschieden, mit einem eigenen Stand präsent zu sein.  Freilich könnte man deshalb auch Zweckoptimismus aus dem Zitat lesen, aber andererseits wäre das verhandlungstaktisch ungeschickt, wenn man nächstes Jahr wieder mit dem Messeteam um Standpreise verhandeln möchte.

Die Verlage zögern

So wie Homann geht es vielen in der Marketingbranche. In der ganzen Branche? Nein. Die Kreativwirtschaft fremdelt nach wie vor mit Köln und auch die Verlagsbranche lässt ihren Vermarktern den Vortritt. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen in Sachen 1st-Party-Daten und Datenschutz provoziert das Kopfschütteln in der Branche. Auch Dominik Matyka, der Chef-Organisator, gibt sich alle Mühe, den Verlagen noch mehr Bühne zu bereiten, aber die Resonanz bleibt überschaubar.

Die Lücke, die die Branche hier lässt, wird von internationalen Größen besetzt. Twitter wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die DMEXCO ist und wie sehr man sich auf die zwei tollen Tage am Rhein freut. So macht man sich Freunde im deutschen Markt.

Und Freunde machen ist wohl das überragende Thema der DMEXCO 2022. Während sich in der ersten Vorschau von MEEDIA gezeigt hat, dass man thematisch durchaus uneins ist – kein Wunder angesichts der Vielzahl an Trends – gibt es einen übergreifenden Konsens: Den intensiven Wunsch nach informellem Austausch neben den Bühnen, in den Gängen und auf den Partys. Rasmus Giese, der CEO von United Internet lobt explizit: „Vor diesem Hintergrund ist es eine gute Nachricht, dass die Veranstalter darauf verzichtet haben, die beliebten Standpartys um 19 Uhr zu beenden.“


MEEDIA hat noch viel mehr Media-Größen nach ihren DMEXCO-Erwartungen befragt.


Auch wenn Giese wahrlich kein Kind von Traurigkeit ist, was das Feiern angeht, so ist diese Aussage doch bemerkenswert in einer Szene, die sich gerne ernsthaft und hochprofessionell darstellt und damit auch zum „Party-Volk“ in Hamburg (OMR) abgrenzt.

Giese analysiert in einem eigens geschriebenen Vorschaukommentar sehr präzise, warum dieses Jahr ein gutes Jahr für die DMEXCO sein wird. „Inhaltlich, so viel steht fest, hat Europas führendes Digital Marketing- & Tech-Event alle Voraussetzungen, eine große Veranstaltung zu werden.“

Die Rahmenbedingungen des Events in diesem Jahr sind ungewöhnlich, meint der CEO von United Internet, aber diese Rahmenbedingungen sind hinreichend diskutiert. Jetzt ist Platz für Vorfreude. Und die kann man zum Beispiel Achim Schlosser von der NetID fast aus jedem Zitat herauslesen: „Für uns spielt thematisch weiterhin der Umbruch zu First-Party basierten Modellen (aktuell mit Fokus auf Mobile) eine wesentliche Rolle. Wie dies in der Praxis konkret aussehen kann, erfährt man auch in einer Masterclass.“  Schlosser weiß genau, dass die Idee der NetID zurzeit viel Rückenwind spürt.

Auch Thomas Masek, der Co-CEO von Crossvertise sieht im Tod des 3rd-Party-Cookies das „zentrale Thema“ der Kölner Messe.

Ist das Metaverse ein Thema oder nicht?

Aber welches sind die weiteren beherrschenden Themen auf dem „Dancefloor“ in Köln Deutz? In der ersten Sammlung von Stimmen zur DMEXCO hat sich keiner der Befragten zum Thema Web3 bzw. Metaverse geäußert. Das ist diesmal anders. Ausgerechnet Achim Schlosser meint, das es DAS Thema der Messe ist: „Beim diesjährigen Thema der DMEXCO ‚Web3‘ gilt es, den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, überhaupt zu verstehen, was hinter diesem Begriff steht. Ein ausgewogener Blickwinkel ist hier aus meiner Sicht entscheidend. Die meisten technologischen Grundlagen gibt es bereits seit längerem – die Frage ist eher, welche konkreten neue Chancen sich ergeben und warum gerade jetzt.“ Möglicherweise gibt es eine ganze Reihe von Marketern da draußen, die dem Metaverse nicht viel zutrauen. Auch nicht, Thema auf der DMEXCO zu werden.

Aus den unterschiedlichen Statements der Teilnehmer scheint sich abzuzeichnen, dass Retail Media neu diskutiert wird. Die Onlinehändler haben Daten, die viele andere Plattformen nicht mehr haben. Mit großer Neugier schaut die Branche zum Beispiel nach Düsseldorf. Wir es dem neuen Ceconomy-Chef Karsten Wildberger gelingen, die Geschicke eines der früher größten deutschen Werbungtreibenden (Platz 8 im Jahr 2017), wieder ruhigere Fahrwasser zu führen. Sein Statthalter in Sachen Retail Media ist Thorsten Ahlers, ein Urgestein der Szene, der vermutlich noch irgendwo eine AOL-E-Mailadresse versteckt hat.

Thomas Masek von Crossvertise findet, dass es an der Zeit ist, Retail Media neu zu bewerten. „Wir schauen auch mit großer Freude auf das Thema Retail Media Marketing. Das unaufhaltsame Wachstum des E-Commerce bringt auch für Werbetreibende immer mehr Möglichkeiten mit sich.“


Foto: Imago / Panthermedia

Sie brauchen noch viel mehr DMEXCO-Content?

Vier Wochen lang bereiten wir Sie auf das Jahres-Highlight in Köln vor.

Begleiten Sie uns auf der Road to DMEXCO


Vermutlich gibt es allerdings doch ein Thema, das alle DMEXCO-Besucher mehr bewegt als alles andere. Jenseits aller Partylaune und zufälliger, persönlicher Begegnung: Wie bewertet man den er der Messe aus Business-Sicht. Achim Schlosser ist guten Mutes: „Die letztjährige DMEXCO @home hat insbesondere mit dem technischen Setup einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin gespannt wie dieses Konzept nun fortentwickelt wird. Die ‚DMEXCO x Digiday Online‘ im Nachgang ist ein interessanter Schritt genau in diese Richtung.“

Sara Sihelnik, die Deutschlandchefin von Quantcast hat sich von der Idee eines Messestands schon mal gedanklich verabschiedet. Zumindest temporär: „Dieses Jahr probieren wir ein neues Konzept aus: Statt Stand, hosten wir gemeinsam mit der d3con die Programmatic Breakfast Lounge – das offizielle Side Event für die Programmatic Industrie auf der DMEXCO.“

Die im Raum stehende Frage nicht nur nach der Messe-Idee der Zukunft, sondern auch nach der eigenen Form der Partizipation, wird auf und nach der DMEXCO viele Gespräche beherrschen. Selbst die Media-Institution Thomas Koch hatte vorübergehend in Erwägung gezogen, das Klassentreffen am Rhein zu schwänzen: „Ich habe noch gar kein Ticket, aber ich komme gerne“, antwortete er auf die Anfrage von MEEDIA, ob er an einem Roundtable zu Responsible Media teilnimmt (22.9., Media-Stage, 13.50 Uhr). Inzwischen hat Koch sein Ticket.

Sara Sihelnik fast zusammen: „Ich wünsche mir zahlreiche tiefgehende Gespräche zu Themen wie Cookieless Targeting und Messung, Connected TV und Werbewirkungsmessung entlang immer komplexer werdender Omni-Channel-Setups.“ Das soll sie haben. Und dazu freuen wir uns zusammen mit Rasmus Giese auf hoffentlich rauschende Standpartys.

Anzeige