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Im zweiten Wahlgang

Katrin Vernau zur Interims-Intendantin des RBB gewählt

Katrin Vernau

Katrin Vernau ist Interimsintendantin des RBB - Foto: WDR/Annika Fußwinkel

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat eine neue Intendantin – zumindest interimsweise. Die bisherige Verwaltungsdirektorin des WDR, Katrin Vernau, war die einzige von einer Findungskommission vorgeschlagene Kandidatin.

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Im zweiten Wahlgang habe Vernau eine „große Mehrheit“ erreicht, heißt es in einer Mitteilung des Senders. Die 49-Jährige tritt damit die Nachfolge der geschassten Intendantin Patricia Schlesinger an. Sie kündigte an, sich mit vollem Engagement einzubringen. „Ich werde mir jetzt angucken, wie die Situation tatsächlich ist. Ich kenne sie ja tatsächlich auch nur von außen und aus der Presse“, sagte sie in einer RBB-Sondersendung. „Und dann werde ich mir ein Führungsteam zusammenstellen, mit dem ich denke, dass ich die Aufgaben, die hier anliegen, bewältigen kann.“ Sie wolle die ARD-Anstalt wieder „in ruhiges Fahrwasser bringen“.

Eine Findungskommission, bestehend aus dem Vorsitzenden des Rundfunkrates, der Vorsitzenden des Verwaltungsrates, der Personalratsvorsitzenden und der Sprecherin der Freienvertretung, hatte sich im Vorfeld auf Vernau als einzige Kandidatin geeinigt.

Dorette König, amtierende Vorsitzende des Verwaltungsrats, bezeichnete Vernau im Anschluss an die Wahl als „exzellente Managerin, die über vielfältige und umfangreiche berufliche Erfahrungen verfügt und verschiedene Restrukturierungsaufgaben erfolgreich gemeistert hat“. Der Kritik, dass sie nicht aus der Region stamme, entgegnete die Baden-Württembergerin: „Was ich mitbringe, ist genau das, was der RBB jetzt braucht. Ich habe Managementerfahrung und ich bin immer dann in Organisationen hereingekommen, wenn es etwas aufzuräumen gab und gleichzeitig die strategische Neuorganisation vorangetrieben werden musste.“ Daher spiele ihre Herkunft keine Rolle.

„Kluft zwischen einer abgehobenen Führungsriege und der Belegschaft“

Als größtes Problem macht die neue Interimsintendantin im RBB aus, dass es eine „Kluft zwischen einer abgehobenen Führungsriege und der Belegschaft gegeben habe“. Sie wolle daher ins Gespräch mit der Belegschaft kommen und Foren für den internen Austausch und die Aufarbeitung der Geschehnisse bieten. An diesem Donnerstagmittag will sie sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorstellen.

Zu finanziellen Spielräumen in der Ausgestaltung des Programms wollte Vernau in der Sendung „rbb spezial – Der Talk“ noch keine Aussagen treffen. Dazu sei zunächst ein Kassensturz notwendig. Der Finanzrahmen müsse jedoch verlässlich eingehalten und transparent werden, kündigte sie an.

Vernau war seit 2015 Verwaltungsdirektorin des WDR und zuvor unter anderem Kanzlerin der Universitäten Hamburg und Ulm sowie in der Unternehmensberatung Roland Berger tätig. Nur vor dem Hintergrund der besonderen Situation des RBB war die Wahl zur Übergangsintendantin möglich. Vernau sollte nicht länger als ein Jahr im Amt bleiben, bevor eine neue Intendantin oder ein neuer Intendant für eine fünfjährige Amtszeit gewählt wird.

th

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