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Nachwirkung Affäre Udo Foht

MDR-Landesfunkhausdirektorin Hoge-Lorenz tritt zurück

Foto: Imago/Ralph Peters

Die Landesfunkhausdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Sachsen-Anhalt, Ines Hoge-Lorenz, tritt von ihrem Amt zurück. Die kommissarische Leitung übernimmt Sandro Viroli, in Ergänzung zu seiner Tätigkeit als Direktor des Landesfunkhauses Sachsen.

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Sandro Viroli hat die Position zum September aber erst mal nur übergangsweise inne, da er als dienstältester Direktor nachrückt. Die Leitungsposition im Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt werde „umgehend ausgeschrieben, um eine rasche Nachfolge zu gewährleisten“, so der MDR. Damit ist Ines Hoge-Lorenz aber nicht weg: Sie wechselt zum September 2022 in die Hauptredaktion Information und Innovation der Programmdirektion Leipzig.

Hoge-Lorenz war allerdings erst im Januar 2021 in diese Position gekommen. Hintergrund des Rücktritts ist nach ihren Angaben fehlende Transparenz gegenüber dem Sender zu einem beruflichen Detail ihres Ehemannes.

Der Grund für den Rücktritt

„Ich bin mir eines Fehlers bewusst geworden, den ich sehr bedauere: Ich habe es vor meinem Amtsantritt als Landesfunkhausdirektorin Sachsen-Anhalt versäumt, klar darüber zu informieren, dass mein Ehemann vor über zehn Jahren in der Causa Foht eine Rolle gespielt hat. Dazu gab es vor vielen Jahren bereits eine Entscheidung des Gerichtes. Obwohl ich davon ausgegangen bin, dass mit der Entscheidung des Gerichtes die Sache für meinen Mann erledigt ist, hätte ich dies dennoch selbst gegenüber der Intendantin und den Gremien transparent machen müssen. Ich möchte nicht, dass dadurch meine Integrität in Frage gestellt wird und dem MDR Schaden entstehen könnte“, so Hoge-Lorenz.

Mit der Causa Foht ist ein Skandal gemeint, der 2011 aufgedeckt wurde. Dem früheren MDR-Unterhaltungschef Udo Foht wirft die Staatsanwaltschaft Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit zum Nachteil verschiedener mutmaßlich Geschädigter vor. Zusammengefasst stehen Vorwürfe im Raum, dass es ab Februar 2008 Filz und Geldschiebereien gegeben haben soll.

Der MDR hatte Foht nach Aufkommen des Skandals gekündigt. Am 1. September beginnt der Prozess gegen ihn (MEEDIA berichtete). Foht hatte sich damals nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Ein Arbeitsprozess endete mit einem Vergleich. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für Foht die Unschuldsvermutung.

app / mit DPA

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