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BVDW-Umfrage: Gaming-Branche ist Vorreiter im Metaverse

Nico Wohlgemuth und Carsten Rossi - Foto: BVDW, Montage: MEEDIA

Jedes dritte Unternehmen plant eine Investition in Metaverse-Projekte. Der Vorreiter im Metaverse ist der Gaming-Sektor, die Fashion-Branche wurde mitgezogen. Jetzt sollten Unternehmen von der Gaming-Industrie lernen.

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Der Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) befragte zwischen dem 28. Juni und 15. Juli 2022 online 111 Fach- und Führungskräfte von digitalen Dienstleistern und Unternehmen. Die Ergebnisse liefern einen Indikator, inwiefern das Metaverse die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft verändern wird. Am meisten vom Metaverse profitieren wird laut 82 Prozent der Befragten die Fashion-Branche. 74 Prozent teilen diese Ansicht für die Medien- und Unterhaltungsbranche. Insbesondere der Gaming-Sektor trifft die Charakteristik des Metaverse: Es ist interaktiv, dezentral und immersiv.

„Während virtuelle Güter seit Jahren im Gaming präsent sind und zum Teil auch bezahlt werden, war eine Entmaterialisierung der Mode im Consumer Bereich vor wenigen Jahren noch undenkbar. Inzwischen ist dies ein Megatrend. Dieses Entmaterialisieren wird das gesamte Fashion-Business prägen“, sagt Nico Wohlgemuth, stellvertretender Vorsitzender des Ressorts Metaverse im BVDW. Bereits frühzeitig eingegangene Kooperationen zwischen der Mode- und Unterhaltungsindustrie deuteten diese Entwicklung an – von Fashion-Shows im Metaverse bis zu virtueller Markenkleidung in Spielen. Die Kombinationen aus realen und virtuellen Welten seien vielversprechend: „Mit der richtigen Strategie lassen sich völlig neue Märkte erobern“, so Wohlgemuth.

Auch für den Automobilbereich und die Fast-Moving-Consumer-Goods (FMCG) sehen die befragten Expert:innen Chancen, allerdings in geringerem Ausmaß. In erster Linie beeinflusst das Metaverse das Marketing und die PR, meinen 87 Prozent der Befragten. Mit 71 Prozent folgen E-Commerce-Aktivitäten.

Die eigenen Investitionspläne für Metaverse-Vorhaben der befragten Fach- und Führungskräfte aus 14 Branchen lieferten ein differenziertes Bild: Jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) möchte in den kommenden zwei Jahren in solche Projekte investieren. Ebenfalls ein Drittel (34 Prozent) ist unschlüssig, wohingegen 26 Prozent keine Investitionspläne haben. Die verbleibenden Befragten machten hierzu keine Angaben.

Abstrakte Technologie in ferner Zukunft?

„Die Unternehmen können in Deutschland mit ihren geplanten Metaverse-Investitionen eine Eigendynamik auslösen. Allerdings muss der Jobmarkt zwingend auf die neuen Anforderungen vorbereitet sein“, sagt Carsten Rossi, Leiter des Labs Metaverse: Society – General Framework, Ethics und Sustainability im Ressort Metaverse des BVDW. Rossi fordert eine Vorbereitung des Nachwuchses im Hinblick auf Zukunftstechnologien – inklusive des Metaverse.

Denn für viele Unternehmen ist das Metaverse noch eine abstrakte Technologie in ferner Zukunft (MEEDIA berichtete). Der BVDW sieht den Grund dafür vor allem im mangelnden Verständnis für das Thema.



Auch Martin Sorrell, Vorstandsvorsitzender von S4 Capital, erkennt die Bedeutung des Metaverse in den Bereichen Unterhaltung, E-Commerce und auch Sport. „Wir befinden uns hier in den Ausläufern des Gebirges, aber es wird riesig werden.“ Er erklärt: „Was vielleicht überbewertet wurde, ist nicht die langfristige Bedeutung oder Wichtigkeit als weiterer Kanal, sondern die anfängliche Akzeptanz.“

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