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Wegen des wirtschaftlichen Umfelds

„Bild“ und „Welt“ verzichten auf Einstellungen und Gehaltserhöhungen

Mathias Döpfner

Mathias Döpfner ist CEO von Axel Springer – Foto: Imago

Die aktuelle Wirtschaftslage macht auch Axel Springer zu schaffen. Der Medienkonzern verordnet sich darum eine verstärkte Kostendisziplin und will auf Einstellungen und Gehaltserhöhungen u.a. bei „Welt“ und „Bild“ verzichten.

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Steigende Inflation, Konsumflaute – das aktuelle wirtschaftliche Umfeld belastet den Berliner Medienriesen Axel Springer. Die Geschäftsleitung vom News Media National, zu der die Marken „Bild“ und „Welt“ gehören, hat sich deshalb eine starke Kostendisziplin verordnet und will vorerst auf Einstellungen und Gehaltserhöhungen verzichten. Dies geht aus einem Schreiben der News Media-Geschäftsführung von News Media National – darunter „Bild“-Chef Johannes Boie und „Welt“-Gruppen-Chef Ulf Poschardt – hervor, das MEEDIA vorliegt.

„Die konjunkturellen Schwierigkeiten, ausgelöst unter anderem durch Krieg und Inflation, haben auch unsere wirtschaftlichen Ergebnisse unter Druck gebracht. Besonders belasten uns die steigenden Papierpreise, das Ausbleiben von Anzeigenumsätzen sowie das allgemein veränderte Konsumverhalten“, heißt es dort. Darum wolle man stärker auf die Kosten achten. „Wir haben daher entschieden, ähnlich wie in der Vergangenheit, bis auf Weiteres auf Neueinstellungen zu verzichten und freie Stellen nicht nachzubesetzen.“

Dies betreffe bei News Media National alle – ob Festangestellte, Bedarfsbeschäftige, Werkstudenten oder Praktikanten, heißt es. Auch von Gehaltserhöhungen und Einmalzahlungen sei abzusehen. „Die Verlängerung befristeter Verträge soll weiterhin möglich, aber zunächst auf maximal sechs Monate begrenzt werden. Anstehende Vertragsentfristungen werden wie Neueinstellungen gewertet. Kostenneutrale interne Versetzungen sind weiterhin möglich“, heißt es dort. Sollten Ausnahmen unvermeidbar sein, bedürfe dies der Genehmigung durch den zuständigen Vorstand. Das ist vor allem bei Welt TV der Fall. Hier will das Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, um das Nachrichtenangebot für Servus TV auf die Beine zu stellen.

Kein Stellenabbau

Ein Stellenabbau sei aber nicht geplant, sie ein Springer-Sprecher gegenüber MEEDIA. Trotz der verschärften Kostendisziplin investiert Springer-Chef Mathias Döpfner kräftig. „Während die meisten Wettbewerber Zukunftsinvestitionen gestoppt haben, haben wir investiert wie nie zuvor“, sagte Döpfner noch am Montag bei einer Feier zum 80. Geburtstag von Verlegerin Friede Springer in Berlin. „Das Ergebnis ist fast eine dreiviertel Milliarde Gewinn im vergangenen Jahr“, so Döpfner. Er fügte hinzu: „In diesem Jahr werden wir rund eine Milliarde mehr Umsatz erreichen als 2020.“ Dies sei in einem Zwei-Jahreszeitraum „das größte Wachstum in der Geschichte des Unternehmens“. 

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