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Nach EM-Euphorie

Frauen-Bundesliga soll Montagsspiele erhalten

Das Finale der Fußball-EM der Frauen zwischen England und Deutschland sorgte für Rekordquoten - Foto: Anna Gowthorpe / Shutterstock / Imago

Fast 18 Millionen Zuschauer:innen hatte das EM-Finale der Frauen zwischen England und Deutschland. Das Interesse am deutschen Frauen-Fußball war nie größer. Diese Begeisterung will der DFB bei der TV-Vermarktung der Bundesliga jetzt nutzen.

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Letzte Woche begann der DFB die Ausschreibung der Medienrechte für die Frauen-Bundesliga, in dieser Woche werden die Unterlagen verschickt. Die Euphorie der Europameisterschaft soll nicht ungenutzt bleiben. „Die erfolgreiche EM hilft der Sichtbarkeit und der Präsenz von Frauen im Fußball enorm“, sagte DFB-Manager Holger Blask der Deutschen Presse-Agentur. „Die Rekord-Einschaltquoten zeigen, dass das Interesse in der Gesellschaft vorhanden ist.“

Zuvor forderte Alexandra Popp, Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft: „Wir erhoffen uns natürlich schon, dass jetzt etwas passiert. Einen größeren Hype kannst du fast nicht schaffen. Wir haben in diesem Sinne unser Soll erfüllt.“ Sie hofft nun auf andere Leute, das umsetzen müssen. Auch Svenja Huth wünscht sich „Medienübertragungen, um die Fans, die wir gewonnen haben, dauerhaft zu binden“.

Montagsspiele als Alleinstellungsmerkmal

Blask, der als Geschäftsführer der DFB für die TV-Vermarktung zuständig ist, möchte der Frauen-Bundesliga demnächst mit Spielen am Montagabend ein Alleinstellungsmerkmal einräumen. Ab der Saison 2023/24 soll dies eingeführt werden, um den Frauenfußball sichtbarer und die TV-Rechte attraktiver zu machen. Bis 2017 gab es Montagsspiele der 2. Männer-Liga, in der 3. Liga nur noch in dieser Saison.

Wenn ein Sender die Montagsspiele erwirbt, soll er sogar die Anstoßzeit mitbestimmen dürfen. Laut DPA-Informationen kann der Spielbeginn zwischen 18.00 und 19.30 Uhr liegen. Ein Kommentar von Blask dazu blieb aus. Allerdings wird der DFB erstmals „die Produktion aller Spiele selbst sicherstellen“, um „die Liga auch für den TV-Zuschauer attraktiv zu gestalten“.

Entscheidung über Vergabe Anfang Oktober

Das Ziel der Vermarktung sei es, Highlight-Spiele live im Free-TV zu zeigen, aber auch ein Liveangebot im Pay-TV zu präsentieren. Dafür gibt es drei unterschiedliche Szenarien mit je drei unterschiedlichen Live-Paketen. Die Entscheidung über die Vergabe der Verträge für die Spielzeiten 2023/2024 bis 2026/2ß27 wird voraussichtlich Anfang Oktober getroffen.

Zu den Interessenten gehört unter anderem Sky-Fußball-Chef Mario Nauen. Sky zeigt bereits den DFB-Pokal der Frauen sowie Spiele der englischen Women’s Super League. Nauen betont, „dass wir uns breiter aufstellen wollen, gerade was den Frauen-Fußball und den Frauen-Sport angeht“. Auch der derzeitige Rechte-Inhaber Telekom und der Internet-Anbieter DAZN, der bereits die Champions League der Frauen zeigt, gelten als Bieter für die Pay-Rechte der Frauen-Bundesliga. Mit dem neuen Montagsspiel zielt der DFB offensichtlich auf Spartensender wie Sport1 oder Eurosport ab.

ll / dpa

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