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Streaming-Dienst

Netflix verliert weniger Abonnent:innen als erwartet

Der Serienhit "Stranger Things" milderte den Kundenschwund bei Netflix ab - Foto: Netflix

Netflix verliert im zweiten Quartal weniger zahlende Abonnent:innen als erwartet. Zu verdanken hat der Streaming-Anbieter das seinem Serienhit „Stranger Things“. Dennoch ist eine günstigere Werbevariante des Angebots für 2023 geplant.

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Dank Serienhits wie „Stranger Things“ hat Netflix im zweiten Quartal nicht so schlecht abgeschnitten wie befürchtet. Der Streaming-Dienst verlor in den drei Monaten bis Ende Juni 970.000 Abonnent:innen, wie er am Dienstag nach Behördenschluss mitteilte. Netflix selbst hatte mit einem Minus von zwei Millionen Abonnements gerechnet. Zur Jahreshälfte konnte der Streaming-Marktführer weltweit 221 Millionen zahlende Nutzerinnen und Nutzer verzeichnen. Für das laufende Vierteljahr rechnet Netflix nur mit rund einer Million Neukund:innen.

Beliebteste Serie: „Stranger Things“

Der unerwartet geringere Kundenschwund im jüngsten Quartal ist unter anderem der Serie „Stranger Things“ zu verdanken. Laut eigenen Angaben war die vierte Staffel in englischer Sprache die beliebteste, die der Streaming-Anbieter je ausgestrahlt hat. Trotzdem verlor Netflix in seinen etablierten Märkten USA und Kanada 1,3 Millionen Abonnent:innen, die auf Rivalen des Streaming-Giganten wie Disney+ oder HBO zurückzuführen sind. In der Asien-Pazifik-Region konnte die Zahl der Kund:innen steigen, nicht zuletzt wegen Preissenkungen in Indien.

Verbot von Account-Sharing

Nach dem schwachen ersten Halbjahr stehen bei Netflix Veränderungen an. So erscheinen beispielsweise nicht mehr alle Episoden von Serien wie „Stranger Things“ auf einmal. Als weitere Maßnahme, um den Neukundengewinn anzukurbeln, will Netflix zukünftig gegen Account-Sharing vorgehen. Anstatt das Passwort zum Netflix-Zugang mit anderen teilen zu können, lässt sich der Streaming-Dienst ab August in ausgewählten Ländern nur noch auf Fernsehgeräten in den eigenen vier Wänden nutzen. Testländer dafür sind Argentinien, die Dominikanische Republik, El Salvator, Guatemala und Honduras. Eine weltweite Einführung wurde bislang nicht angekündigt.

Für Urlauber soll es eine Ausnahme geben: Einmal pro Jahr und Ort soll die Nutzung von Netflix außerhalb des eigenen Zuhauses für zwei Wochen möglich sein. Danach wird die Wiedergabe auf Fernsehgeräten außer Hauses blockiert. Ein Zuhause legt Netflix anhand der IP-Adresse fest, verschiedene Geräte sollen über Device-IDs registriert werden. Für einen bis drei US-Dollar können Abonnent:innen mit Basis-Account aber einen zweiten, Nutzer:innen des Standard-Abos bis zu zwei weitere und Premium-Kund:innen bis zu drei weitere Orte hinzufügen. Die Maßnahmen sollen nicht für mobile Endgeräte gelten.

Günstigere Werbeversion geplant

Auch eine grundlegende Veränderung des Bezahlmodells steht im Hause Netflix an. Es soll eine günstigere Variante des Streaming-Angebotes mit Werbeclips geben (MEEDIA berichtete). Reed Hastings, Geschäftsführer von Netflix, holte sich dafür den Software-Riesen Microsoft, bzw. dessen Tochter Xandr ins Boot. Anfang 2023 soll die Werbevariante zunächst in einer Handvoll von Märkten starten.

Die Video-Advertising Plattform Xandr ist Partner von Netflix. MEEDIA berichtete über die Microsoft-Tochter (+).

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