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Compliance

RBB: Interner Zoff wegen Vorwürfen gegen Intendantin Schlesinger

Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger bewirtete "Multiplikatoren" in ihrer Privatwohnung - Foto: RBB / Thomas Ernst

Im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) brodelt es hinter den Kulissen. Die Vorwürfe gegen Intendantin Patricia Schlesinger hätten intern eine „explosive Stimmung“ erzeugt, berichtet die „Welt“. Schlesinger soll sich konfrontativ gegen Kritiker aus dem eigenen Haus gewehrt haben.

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Die „Welt“ zitiert Schlesinger aus einem Audiomitschnitt einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche. Darin soll sie unter anderem gegen diejenigen ausgeteilt haben, die Interna durchstechen: „Wer immer die unwahren, tendenziösen Behauptungen, die jetzt kursieren, in die Welt gesetzt hat, will nichts verbessern oder aufklären, sondern Zwietracht und Misstrauen säen, verunglimpfen und beschädigen.“ Sie sprach von einem „Akt der Illoyalität“.

Anfang des Monats hatte zuerst der „Business Insider“ umfassende Vorwürfe gegen die RBB-Intendantin erhoben. Dabei ging es unter anderem um mutmaßlich verschwendete Gebührengelder und dubiose Beraterverträge. Schlesinger kündigte in dieser Woche an, die Vorwürfe transparent aufarbeiten zu wollen. MEEDIA berichtete bereits ausführlich.

Nachlässiger Umgang mit Compliance-Regeln?

Der „Business Insider“ wirft Schlesinger und dem Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf vor, nachlässig mit den Compliance-Regeln der ARD-Anstalt umzugehen, gerade bei der Vergabe von Berater-Verträgen. Bei einer nicht öffentlichen Sitzung des RBB-Verwaltungsrats sei laut „Business Insider“ nun der Eindruck entstanden, dass Wolf einen Berater bereits vor dessen Engagement kennengelernt habe. Das widerspricht der bisherigen Kommunikation der RBB-Spitze. Die erklärte am Mittwoch über einen Anwalt: Die Feststellung, dass Wolf den Berater erst im Zuge seiner Tätigkeit für den RBB persönlich kennengelernt hat, habe dem Kenntnisstand des Senders entsprochen – „bis gestern“.

Der RBB-Personalrat fordere laut „Welt“, dass Wolf sein Amt bis zum Ende der Untersuchungen ruhen lassen solle, was dieser jedoch abgelehnt habe. Der RBB prüft derweil rechtliche Schritt gegen den „Business Insider“, dem Schlesinger „eine Mischung aus Mutmaßungen, Unterstellungen und falschen Schlussfolgerungen“ vorwirft.

th

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