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Crossvertise-Analyse

Zeitschriftenverlage hoben Anzeigenpreise bisher um knapp zwei Prozent an

Maxilian Balbach ist Co-CEO von Crossvertise, das die Anzeigenpreise analysiert hat - Foto: Crossvertise

Die deutschen Zeitschriftenverlage haben ihre Anzeigenpreise bisher weniger erhöht als erwartet. Trotz steigender Papier- und Produktionskosten seien die Brutto-Preise im laufenden Jahr weitgehend stabil, wie eine Analyse der Mediabuchungsplattform Crossvertise feststellt.

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Der durchschnittliche Anstieg liegt mit 1,8 Prozent deutlich unter Inflationsniveau. Der Durchschnitts-Bruttowert bezieht sich auf Fach- und Publikumszeitschriften. Aufgesplittet sieht die Analyse für das laufende Jahr so aus: Während die Anzeigen sich in den Fachzeitschriften um 1,4 Prozent verteuerten, zogen sie in Publikumszeitschriften um zwei Prozent an. Drei größere Verlage hatten ihre Anzeigenpreise unterjährig erhöht: Hubert Burda Media verlangt 6,1 Prozent mehr (MEEDIA berichtete), der Wort und Bild Verlag 10,8 Prozent, der S&D Verlag sogar 16 Prozent.

Nur vereinzelte Titel senkten ihre Anzeigenpreise im Vergleich zum Vorjahr ab. Dazu zählen laut der Crossvertise-Analyse im Publikumsbereich das Satiremagazin „Eulenspiegel“ (minus 80,6 Prozent) und „Dogs“ (minus 43,7 Prozent) sowie im Fachbereich unter anderem „Business & Mobility“ (minus 79,2 Prozent).

Weiterer Anstieg in 2023 erwartet

„Die zurückhaltende Preispolitik der Verlage ist im gesamtwirtschaftlichen Kontext aktuell eine gute Entscheidung für den Markt“, sagt Maximilian Balbach, CO-Ceo von Crossvertise. „Durch die Tatsache, dass die meisten Medienhäuser eventuelle Kostensteigerungen nicht überstürzt an die Werbekunden weitergeben, bringen sie Ruhe in die angespannte Marktsituation und verlangsamen die Lohn-Preis-Spirale.“ Er erwarte für das kommende Jahr dennoch einen merklichen Anstieg, unter anderem bedingt durch die höheren Zustellkosten im Zusammenhang mit dem steigenden Mindestlohn.

Grundlage des Crossvertise-Analyse ist eine Ganzseite. Nicht berücksichtigt ist die Rabattpolitik der Anzeigenabteilungen, wie es in einer entsprechenden Mitteilung heißt.

th

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