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Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung

LAE 2022: „Handelsblatt“ und „Zeit“ größte Crossmedia-Gewinner

"Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes – Foto: Handelsblatt

Die neuesten Zahlen der LAE 2022 zeigen: Online-Reichweiten wachsen bei den Entscheidern, Print-Reichweiten schrumpfen. Unter dem Strich legen die meisten Titel bei der Crossmedia-Reichweite zu, vor allem für „Handelsblatt“ und „Zeit“ ging es nach oben. Verloren haben hingegen u.a. „Der Spiegel“ und die „Wirtschaftswoche“.

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Einmal pro Jahr veröffentlicht die Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE) u.a. Statistiken darüber, welche Medien genutzt werden. Die LAE zählt zu den „Entscheidern“ insgesamt knapp 3,07 Millionen Menschen:

  • 1,848 Millionen Leitende Angestellte
  • 535.000 Selbstständige mit mindestens sechs Beschäftigten
  • 452.000 Freiberufler mit mindestens einem zusätzlichen Beschäftigten
  • 234.000 Leitende Beamte

Die Zahl der Selbstständigen und Freiberufler ist dabei übrigens im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft, die Zahl der Leitenden Angestellten deutlich und die Leitenden Beamten leicht gewachsen.

Beginnen wir direkt mit der Crossmedia-Reichweite der Medienmarken, die an der LAE teilnehmen. Hier ermittelt die Studie eine Netto-Zahl, die sich aus den durchschnittlichen Lesern pro Ausgabe der Print-Titel, sowie der monatlichen Nutzerzahl der Online-Angebote und Apps zusammensetzt. Eine spannende Crossmedia-Zahl, die es so nur bei der LAE gibt.

Ganz vorn bleibt hier „Der Spiegel“, der allerdings gegenüber der LAE 2021 leicht verloren hat. Aus 1,866 Millionen wurden 1,844 Millionen Nutzerinnen und Nutzer – ein Minus von 1,2 Prozent. Der Abstand auf die Nummer 2 bleibt allerdings groß. Diese Nummer 2 heißt „Focus“. Der Print-„Focus“ und „Focus Online“ erreichen nun 1,357 Millionen Entscheider, inklusive „Focus Money“ sind es 1,403 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr steigerten sich beide Zusammensetzungen um 45.000.

Deutlich gewachsen sind auch die Reichweiten der „Süddeutschen Zeitung“ auf Platz 4. „Frankfurter Allgemeine“ und „Welt“ gewannen deutlicher hinzu, wenn man die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und die „Welt am Sonntag“ außen vor lässt, inklusive dieser Print-Titel ging es weniger stark nach oben.

Die beiden größten Gewinner der Crossmedia-Reichweiten heißen aber „Handelsblatt“ und „Zeit“. Das „Handelsblatt“ steigerte sich auf Papier und digital um stolze 7,8 Prozent bzw. 74.000 Leserinnen und Leser, „Die Zeit“ kam inklusive „Zeit Online“ und Apps auf ein Plus von 5,5 Prozent bzw. 59.000. Neu dabei ist in diesem Jahr der Heise-Verlag mit „C’T“: 427.000 Nutzerinnen und Nutzer kamen hier bei der LAE-Premiere zusammen.

Verloren haben neben dem „Spiegel“ noch einige Titel auf den hinteren Rängen: Die „Wirtschaftswoche“ büßte 5,1 Prozent ihrer Crossmedia-Reichweite ein, die „VDI Nachrichten“ 8,0 Prozent, das „Handwerk Magazin“ 6,5 Prozent und „Brand eins“ sogar 11,5 Prozent.

LAE 2022: Crossmedia-Angebote nach Reichweite pro Monat

2022 vs. 2021 vs. 2021 in %
Crossmedia+App-Reichweite
1 Der Spiegel + spiegel.de + Apps 1.844.000 -22.000 -1,2
2 Focus + Focus Money + focus.de + Apps 1.403.000 45.000 3,3
3 Focus + focus.de + Apps 1.357.000 45.000 3,4
4 Süddeutsche Zeitung + Süddeutsche.de + Apps 1.234.000 42.000 3,5
5 F.A.Z. + F.A.S. + faz.net + Apps 1.205.000 26.000 2,2
6 Welt Print Gesamt + welt.de + Apps 1.203.000 15.000 1,3
7 Stern + stern.de + Apps 1.161.000 16.000 1,4
8 F.A.Z. + faz.net + Apps 1.136.000 34.000 3,1
9 Die Zeit + zeit.de + Apps 1.124.000 59.000 5,5
10 Die Welt + welt.de + Apps 1.080.000 29.000 2,8
11 Handelsblatt + handelsblatt.com + Apps 1.025.000 74.000 7,8
12 Wirtschaftswoche + wirtschaftswoche.de + Apps 780.000 -42.000 -5,1
13 Manager Magazin + manager-magazin.de + Apps 574.000 12.000 2,1
14 c’t magazin + heise.de + Apps 427.000 neu
15 VDI Nachrichten + ingenieur.de + Apps 381.000 -33.000 -8,0
16 Capital + capital.de 372.000 7.000 1,9
17 Markt und Mittelstand + marktundmittelstand.de 313.000 14.000 4,7
18 Handwerk Magazin + handwerk-magazin.de 300.000 -21.000 -6,5
19 Brand eins + brandeins.de 170.000 -22.000 -11,5
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Fast bei allen Gewinnern geht der Zuwachs allein auf das Konto der Digitalangebote. Hier gibt es mit der „Wirtschaftswoche“ und „Brand eins“ zudem nur zwei Verlierer gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutliche Zuwächse verzeichnen die „Welt“ mit einem Plus von 77.000 Nutzerinnen und Nutzern, „F.A.Z.“ und „Handelsblatt“ mit jeweils 59.000 mehr, sowie „Die Zeit“, „Focus“ und „Stern“ mit 43.000 bis 47.000 hinzu gewonnenen Entscheidern.

LAE 2022: Online-Medien nach Nutzern pro Monat

2022 vs. 2021 vs. 2021 in %
Digitale Angebote (Online + Apps)
1 Der Spiegel 1.348.000 3.000 0,2
2 Focus 987.000 45.000 4,8
3 Süddeutsche Zeitung 946.000 23.000 2,5
4 F.A.Z. 885.000 59.000 7,1
5 Welt 863.000 77.000 9,8
6 Die Zeit 837.000 47.000 5,9
7 Handelsblatt 771.000 59.000 8,3
8 Stern 696.000 43.000 6,6
9 Wirtschaftswoche 547.000 -13.000 -2,3
10 Manager Magazin 402.000 1.000 0,2
11 C’T Magazin / Heise 352.000 neu
12 VDI Nachrichten 282.000 0 0,0
13 Capital 268.000 20.000 8,1
14 Markt und Mittelstand 184.000 11.000 6,4
15 Handwerk Magazin 160.000 2.000 1,3
16 Brand eins 116.000 -9.000 -7,2
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Bei den Print-Ausgaben der Medien, die sich der LAE angeschlossen haben, gibt es nur einen einzigen Gewinner: Das „Handelsblatt“ steigerte die Zahl der Leser pro Ausgabe unter den Entscheidern um 12.000 auf nun 262.000. Damit überholten die Düsseldorfer sogar die „F.A.Z.“ und liegen nun hinter der „Süddeutschen Zeitung“ auf Rang 2 der Tageszeitungen.

Deutliche Verluste verzeichnen hingegen die erwähnte „Süddeutsche Zeitung“, „Der Spiegel“, der „Stern“, die „Wirtschaftswoche“ und „Brand eins“. Auch für „Die Zeit“ ging es bergab, sie führt das Ranking der Wochenzeitungen aber weiterhin an, nun wieder vor der „Welt am Sonntag“, die im Vorjahr nicht einzeln ausgewiesen wurde. LAE-Neuling „C’T“ kommt auf 112.000 Entscheiderinnen und Entscheider in der Leserschaft.

LAE 2022: Print-Titel nach Leser pro Ausgabe

2022 vs. 2021 vs. 2021 in %
Tageszeitungen
1 Süddeutsche Zeitung 350.000 -33.000 -8,6
2 Handelsblatt 262.000 12.000 4,8
3 Frankfurter Allgemeine Zeitung 249.000 -14.000 -5,3
4 Die Welt 205.000 -11.000 -5,1
Wochenzeitungen
1 Die Zeit 362.000 -15.000 -4,0
2 Welt am Sonntag 227.000 k.V.m.
3 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 178.000 -22.000 -11,0
4 VDI nachrichten 160.000 -23.000 -12,6
Wöchentliche Zeitschriften
1 Der Spiegel 748.000 -34.000 -4,3
2 Focus 381.000 -3.000 -0,8
3 Stern 376.000 -28.000 -6,9
4 Wirtschaftswoche 206.000 -48.000 -18,9
5 Focus Money 100.000 -4.000 -3,8
14-tägliche und monatliche Zeitschriften
1 Manager Magazin 259.000 -10.000 -3,7
2 Handwerk Magazin 214.000 -19.000 -8,2
3 Markt und Mittelstand 166.000 -2.000 -1,2
4 Capital 145.000 -17.000 -10,5
5 C’T Magazin 112.000 neu
6 Creditreform 95.000 -17.000 -15,2
7 Brand eins 69.000 -22.000 -24,2
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

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