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Cannes 2022

Das große Finale: Film-Gold für Leo Burnett und „The Spider and the Window“

– Foto: Cannes Lions

Der fünfte und damit letzte Tag in Cannes war aus deutscher Sicht noch mal ein voller Erfolg. In der wichtigsten, weil ersten und größten, Kategorie „Film“ gab es nach neun Jahren mal wieder einen goldenen Löwen. Die Gewinner: Leo Burnett mit dem animierten Film „The Spider and the Window“ für Samsung. Dazu kam ein Titanium für Serviceplan.

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Cannes 2022 ist vorbei, der Strand an der Croisette hat sich schon wieder geleert. Die Fahnen, die auf das größte Werbespektakel der Welt hinwiesen wurden wieder eingeholt. Und die Kreativen packen ihre Koffer, um gen Deutschland zurückzufliegen. Im Gepäck haben sie 46 Löwen, zwei weniger als im vergangenen Jahr, in dem allerdings die Jahre 2020 und 2021 ausgezeichnet wurden. Im Vergleich zu 2019 haben die deutschen Agenturen – zumindest im Hinblick auf die Gesamtzahl der gewonnenen Löwen – um 14 Trophäen zugelegt.

Erstes Filmgold seit neun Jahren

Auf das durchaus positive Ergebnis hat zunächst einmal die Königsdisziplin „Film“ eingezahlt. Zum ersten Mal seit 2013 wurde wieder ein deutscher Beitrag mit dem begehrten Gold geadelt: „The Spider and the Window“ von der Frankfurter Leo-Burnett-Dependance für Samsung.

Film-Gold gab es für eine verliebte Spinne

Das letzte Film-Gold für Deutschland gab es übrigens für das Gespann BBDO und Smart mit dem Film „Offroad“, bei dem, wie Detlef Rump (damals CCO Proximity und heute Inhaber der Rump Markenkommunikation) der eine oder andere Wagen dran glauben musste. Ob es wirklich so war?

„Offroad“ war der letzte Film-Beitrag, der in Cannes Gold gewonnen hat –

Wie dem auch sei, wir schreiben das Jahr 2022 und es geht um die diesjährigen Gewinner: Bei Silber mischten auch Serviceplan und Penny mit „Der Wunsch“ mit. BBDO wurde mit dem Film „One“ für WhatsApp mit Bronze ausgezeichnet. Für Antoni („Future 2021 – The Concept EQG“ für Mercedes-Benz) und McCann (The Holy Night Shift für Aldi) blieb es dagegen bei der Shortlist.

Durchgesetzt haben sich die ausgezeichneten deutschen Filme gegen 2.028 Beiträge, die aus aller Welt in dieser Kategorie eingereicht wurden. Insgesamt verlieh die Jury hier acht Mal Gold, 20 Mal Silber und 31 Mal Bronze. Außerdem wollten die Juroren den Unterschied zwischen klassischen Werbespots und Langformaten würdigen und vergaben zwei Grand Prix. Die gingen beide in die USA.

Titanium für Serviceplan, SDG-Bronze für DDB

Zu der Kategorie Titanium, die seit 2003 besteht und in der Kampagnen gewürdigt werden, die eine besonders wegweisende Kommunikationsidee haben, hat Serviceplan den einzigen ausgezeichneten Beitrag geliefert. Die Münchener hatten die Arbeit „Dot Pad. The First Smart Tactile Graphic Display“ für die Dot Incorporation erfolgreich eingereicht. Damit ist Serviceplan die zweite deutsche Agentur, die in dieser Kategorie geehrt wurde. Zum ersten Mal gewonnen hatte 2019 DDB mit „The Uncensored Playlist“ für Reporter ohne Grenzen.

Ebenfalls noch aus standen die Gewinner in der Glass-Kategorie, in der Kampagnen ausgezeichnet werden, deren Ziel Wandel und nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals (SDG)) sind. Hier konnte sich DDB mit „The Truth Wins“ für Reporter ohne Grenzen zumindest über einen Löwen aus Bronze freuen. In der Kategorie Glass ging Deutschland leer aus. Innocean Worldwide, die mit „The Vulva Spaceship“ auf der Shortlist nominiert waren, hatten das Nachsehen.

Serviceplan zog im Ranking davon

Insgesamt hatten die deutschen Agenturen dieses Jahr 1.024 Arbeiten ins Rennen um die Löwen geschickt und konnten mit einem Grand Prix, elf goldenen, 14 silbernen und 19 bronzenen Löwen gut vier Prozent in Edelmetall umwandeln.

Am Erfolgreichsten war dabei Serviceplan mit einem Grand Prix, vier Mal Gold, zwei Mal Silber und drei Mal Bronze. An zweiter Stelle, wenn auch mit riesigem Abstand, ist Jung von Matt, die einen goldenen sowie je zwei silberne und bronzene Löwen im Gepäck haben. Auf Platz vier rangiert Havas mit ebenfalls einem goldenen Löwen. Dazu kamen dann noch zwei silberne und ein bronzener Löwe. Durch das Gold in der Kategorie Film hat sich Leo Burnett eindeutig den vierten Platz im deutschen Cannes-Ranking gesichert. Platz 5 teilen sich BBDO, Philipp und Keuntje, Scholz & Friends und die SevenOne Ad Factory.

Die Special Awards am Ende der Woche

Mit Spannung wurden am Ende des Cannes Festivals auch die Agentur-Rankings und Sonderauszeichnungen erwartet. In diesem Jahr spielte Deutschland hier wieder mit: Serviceplan wurde als „Unabhängige Agentur des Jahres“ in der Kategorie Craft gekürt, was natürlich mit dem Grand Prix für „Der Wunsch“ zusammenhängt. Die Münchener machten gleich noch den zweiten Platz im Ranking „Independant Agency of the Year“. In der Kategorie „Regional Network EMEA“ belegen Publicis Worldwide, Ogilvy und BBDO die Plätze 1 bis 3.

Mit der Palme d’Or, die an die erfolgreichsten Filmproduktionen verliehen wird, wurden gleich zwei deutsche Firmen bedacht: Auf Platz 2 landete Iconolast, die unter anderem an „Der Wunsch“ beteiligt waren. Den fünften Rang sicherte sich Zauberberg Productions. Sie stehen beispielsweise bei „The Spider and the Window“ in den Credits.

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