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Cannes 2022

Tag 4: Philipp und Keuntje gewinnt Gold, Silber und Bronze für die „Hetzjäger“

– Foto: Cannes Lions

Deutschland hat die 30er-Marke überschritten. Am vierten Tag der Cannes Lions holt Philipp und Keuntje mit den „Hetzjägern“ für Laut gegen Nazis einen goldenen Löwen. Außerdem gewannen die deutschen Agenturen Löwen in PR, Media und Direct.

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Der vorletzte Tag in Cannes stand für Deutschland unter einem guten Stern. Drei goldene, ein silberner und zwei bronzene Löwen gingen auf das Konto von Philipp und Keuntje, Jung von Matt, DDB, die SevenOne Ad Factory und „Love the work more“.

Gleich zwei Löwen konnte Philipp und Keuntje mit „Hetzjäger“ für Laut gegen Nazis für sich verbuchen. Gold gab es in der Kategorie Creative Data, in der es die Arbeit als einzige Einreichung aus Deutschland auf die Shortlist geschafft hat. Umso größer ist der Erfolg zu bewerten.

Die Kampagne „Hetzjäger“ war – zumindest aus deutscher Sicht – der Gewinner des vierten Tages in Cannes –

Die Fake-Band „Hetzjäger“ wurde einzig dazu ins Leben gerufen, um die Fans des Rechtsrocks vorzuführen und zu beweisen, wie Algorithmen von Streaming-Plattformen die Verbreitung von rechtem Gedankengut fördern. Und untergrub das, indem sie genau diese Algorithmen austrickste. Diese Herangehensweise wurde von der international besetzten Jury offenbar verstanden. Ebenfalls gut lief es für die Arbeit in den Kategorien Media und PR, wo es noch je einmal Silber und Bronze gab.

Deutsche Agenturen können PR

In der PR-Kategorie lief es für Deutschland im Allgemeinen recht gut. Neben insgesamt zwei goldenen Löwen – für das Gespann Jung von Matt und BVG mit dem Haftticket sowie die SevenOne Ad Factory mit dem #Flutwein – sicherte sich DDB mit „The Truth Wins“ für Reporter ohne Grenzen einen silbernen Löwen.

Sicherlich hatte sich DDB mit der Arbeit mehr in Cannes ausgerechnet, aber zumindest konnten die Düsseldorfer jetzt endlich einen ersten Löwen in diesem Jahr feiern.

Um unabhängige Informationen für jeden zugänglich zu machen, verwandelte Reporter ohne Grenzen Gewinnzahlen aus Lotterien in Zugangscodes zu Nachrichten und Informationen

Eher als eine Überraschung gilt wohl der bronzene Löwe, der für die Eigenwerbungsaktion „Love the Work more“ seine Reise nach Berlin antreten wird. Ebenfalls überraschen dürfte, dass Scholz & Friends mit dem „Anti Gaffer Design“ für die Johanniter Unfallhilfe ebenso leer ausgegangen sind, wie Serviceplan mit der Gruner+Jahr-Arbeit „Dyslexia United“.

Erstere konnten sich dann aber immerhin noch Bronze in der Kategorie Media sichern. Ebenso wie Jung von Matt mit der BVG-Aktion „Herzstillstand“ und Serviceplan mit „#NotComingHome“ für die Newtown Action Alliance.

#NotComingHome machte in den USA am „National Gun Violence Awareness Day“ auf das Thema Waffengewalt aufmerksam. Der Film wurde auf CNN uraufgeführt und die Initiative erhielt prominente Unterstützung, darunter Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und Schauspielerin Alyssa Milano

Mit „Der Wunsch“ hatten die Münchener dagegen kein Glück an diesem Tag. Der Penny-Weihnachtsfilm ging in der Kategorie Social & Influencer leer aus. Das gilt übrigens auch für Innocean Worldwide und Saatchi & Saatchi. Innocean Worldwide hatte „The Vulva Spaceship“ für Wer braucht Feminismus im Rennen, Saatchi & Saatchi war mit den Non-Fungible Animals dabei.

Bislang ist es also doch weiter gut gelaufen, für die deutschen Agenturen an der Croisette. Ob das so weitergeht zeigt sich heute Abend, wenn die Löwen in den Kategorien Film und Titanium verliehen werden.

Ein ganz gutes Jahr für Deutschland

Insgesamt aber kann schon jetzt von einem ganz guten Jahr in Cannes gesprochen werden. Alles in allem sind es 39 Löwen, die bislang nach Deutschland gegangen sind. Der erfolreichste Kunde ist bislang – schon wegen des Grand Prix gleich an Tag 1 – Penny. Im Kunden-Ranking an zweiter Stelle findet sich die Deutsche Parkinson Vereinigung, Platz 3 belegt #Flutwein. Die Arbeiten für die BVG haben indes nicht das gehalten, was sich Jung von Matt sicherlich davon erwartet haben mag. Die Berliner besetzen lediglich den siebten Platz.

Wobei das Kunden-Ranking nicht das Agentur-Ranking widerspiegelt. Hier führt nach wie vor ganz klar Serviceplan. An die zweite Stelle ist Jung von Matt – allerdings mit großem Abstand zum Wettbewerber aus München – aufgerückt. Platz 3 belegt Havas, auf Platz 4 befinden sich Philipp und Keuntje, SevenOne Ad Factory und Scholz & Friends. An dieser Reihenfolge wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Schließlich stehen nur noch zwei Kategorien aus, in beiden steht Serviceplan auf der Shortlist.

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