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Cannes 2022

Tag 3 in Cannes beschert Deutschland einen goldenen und zwei silberne Löwen

– Foto: Cannes Lions

Der dritte Tag in Cannes hielt nicht, was die ersten beiden Tage versprochen hatten. Lediglich Scholz & Friends und Serviceplan konnten sich über Löwen freuen. Alle anderen mussten sich mit der Shortlist begnügen oder gingen ganz leer aus.

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Das Feiern an der Côte d’Azur wird den deutschen Kreativen nicht vergangen sein. Aber die Stimmung dürfte deutlich nachgelassen haben. Schließlich rückte ein guter Platz im Agenturranking in die Ferne. Nur einen goldenen Löwen gab am dritten Tag. Und den auch noch für eine alte Arbeit, die in Cannes bereits in den vergangenen drei Jahren kräftig abgeräumt hatte: das Tampon Buch, von Scholz & Friends für The Female Company.

Das Tampon-Buch ist für Scholz & Friends seit inzwischen drei Jahren eine sichere Bank auf einen Löwen.

Mit dem Case haben Scholz & Friends bereits 2019 den Cannes-Zirkus aufgemischt und den ersten PR-Grand Prix für Deutschland gewonnen. Im vergangenen Jahr schickten die Berliner das Tampon Buch ein zweites Mal erfolgreich ins Rennen. Dieses Jahr wurde dann das Trio voll gemacht und in den Wettbewerb um die Löwen in der Kategorie Creative Effectiviness geschickt. Zu Recht. Konnte man 2021 noch darüber diskutieren, welchen Trick Scholz & Friends angewendet hat, um mit der Kampagne noch einmal zu punkten, gab es dieses Jahr nichts dagegen einzuwenden. Die Kategorie ist Kampagnen vorbehalten, die in den vergangenen Jahren bereits zumindest auf der Shortlist zu finden waren. Diese Kampagnen werden dann von der Jury noch einmal geprüft und neu bewertet. Das Ergebnis: Die Kampagne wurde erneut ausgezeichnet, mit jeweils einem goldenen und silbernen Löwen.

Serviceplan holt Silber

Ebenfalls eine sichere Bank scheint für Serviceplan die Zusammenarbeit mit der DOT Corp. zu sein. Die Devices, die Agentur und Kunde Jahr für Jahr entwickeln, beeindrucken die Jurys seit Jahren. Auch in der Kategorie Brand Experience & Activation. Dort gab es für „DOT GO The first Object Interaction App für Sehbehinderte“ einen silbernen Löwen in der Unterkategorie Use of Mobile Device. Dazu kam noch eine Shortlist-Platzierung in Corporate Purpose.

Die App „DOT GO“ warnt sehbehinderte Menschen vor Hindernissen im Alltag.

Ansonsten gingen die aus Deutschland eingereichten Arbeiten gestern ohne Löwen, aber mit immerhin 13 weiteren Shortlist-Plätzen aus dem Wettbewerb. Darunter übrigens auch ein vermeintlicher Erfolgsgarant für DDB. Die Düsseldorfer schafften es mit ihrer Kampagne „The Truth Wins“ für Reporter ohne Grenzen nur zwei Mal auf die Shortlist, und zwar in der Kategorie Mobile und hier in den Unterkategorien Content for User Engagement und Targeted Communication.

Die 30er Marke wird sicherlich noch überschritten

Alles in allem haben die deutschen Agenturen aktuell 28 Löwen und einen Grand Prix im Gepäck, wenn es auf die Heimreise geht. Die Löwen verteilen sich auf sechs Mal Gold, und jeweils elf Mal Silber und Bronze.

Die erfolgreichste Agentur aus deutscher Sicht ist Serviceplan, mit dem Grand Prix, drei goldenen und je einem silbernen und bronzenen Löwen. An zweiter Stelle ist aktuell Havas, die mit „Staybl“ einen goldenen, zwei silberne und einen bronzenen Löwen holten. Ebenfalls auf dem Treppchen und damit auf Rang 3 sind mit BBDO (zwei Mal Silber, ein Mal Bronze), Jung von Matt (zwei Mal Silber, ein Mal Bronze), Leo Burnett (je ein Mal Gold und Silber) und Scholz & Friends (je ein Mal Gold und Silber) gleich vier Agenturen.

Ob am Ende der Woche die 30er-Marke noch überschritten werden kann, wird sich zeigen. Aber davon ist stark auszugehen. Schließlich sind ja noch einige Arbeiten im Rennen. So beispielsweise in der mit Spannung erwarteten Kategorie Film, in der die Löwen traditionell am letzten Festivaltag verliehen werden. Gleich auf drei Löwen kann Serviceplan für den Penny-Weihnachtsfilm „Der Wunsch“ hoffen, der ja bereits in der Kategorie Film Craft den Grand Prix gewonnen hat. Zwei Mal stehen „The Spider and the Windows“ von Leo Burnett für Samsung auf der Shortlist. Auch BBDO kann mit dem Spot „One“ für WhatsApp, die ebenfalls zwei Mal auf der Shortlist stehen, noch auf mindestens einen Löwen hoffen. Desweiteren sind Antoni mit dem Mercedes-Case „Future 2021 – The Concept EQG“, McCann mit dem Aldi-Weihnachtsfilm „Holy Night Swift“ noch im Rennen.

Antoni ist mit „Concept EQG“ im Rennen um mindestens einen Löwen.

In der Kategorie Creative Data ist Philipp & Keuntje mit der Kampagne „Hetzjäger“ für Laut gegen Nazis die einzige deutsche Agentur, die für einen Löwen infrage kommt. In Direct haben mit Ogilvy, DDB, Serviceplan und die SevenOne Ad Factory immerhin noch vier Shortlistplätze inne. Was allerdings für deutsche Verhältnisse eine eher magere Ausbeute ist. Die Kategorie galt in Cannes einmal als die Löwen-Disziplin für die hiesigen Kreativschmieden.

Bei den Media-Lions wollen Scholz & Friends, Jung von Matt sowie Philipp und Keuntje noch im Reigen um die Löwen mitmischen. In der PR-Kategorie stehen die SevenOne Ad Factory, Jung von Matt, DDB, Innocean Worldwide, Philipp und Keuntje, Scholz & Friends, das Berliner Unternehmen Love the Work More und Serviceplan in den Startlöchern um eine der begehrten Trophäen. Hier wird sicherlich für DDB ein Löwe rausspringen. Die Düsseldorfer sind mit ihrer Arbeit für Reporter ohne Grenzen drei Mal nominiert. Die gleichen Chancen hat aber auch die ebenfalls drei Mal auf der Liste stehende SevenOne Ad Factory. Man kann also gespannt sein, wie die Juroren ticken. Gespannt sein kann man auch auf die Kategorie Social & Influencer. Hier findet sich einmal mehr Serviceplan mit „Der Wunsch“ auf der Shortlist. Außerdem gelistet sind Innocean Worldwide und Saatchi & Saatchi. Beim Titanum Löwen dagegen hält allein Serviceplan die Stellung – mit einer Arbeit für die DOT Corp.

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