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Betrugs-Vorwürfe

Fynn Kliemann sieht sich als Opfer von „woker linker Szene“, Böhmermann und „den Medien“

Fynn Kliemann gegen woke Linke und öffentliche Medien

Auf Instagram rantet Fynn Kliemann gegen "woke Linke" und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk – Foto: Screenshot Instagram

Nach einer kurzen Auszeit nach der Aufdeckung des Maskenskandals hat sich Fynn Kliemann auf Instagram zu Wort gemeldet. In der Story macht er deutlich, wer seiner Meinung nach das eigentliche Opfer in dem Skandal ist: er selbst.

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Nach längerer Pause hat sich YouTuber und Influencer Fynn Kliemann in einem Story-Video auf der Plattform Instagram wieder zu den Vorwürfen gegen seine Person geäußert – nach Recherchen von Jan Böhmermann und Team soll er zusammen mit einem Geschäftskollegen beim Verkauf von Masken betrogen haben. In den ersten Sekunden des Kliemann-Videos wird der Tenor bereits deutlich: Viele Leute hätten viel durcheinander gebracht, so der YouTuber. „dann haben es alle viele abgeschrieben, es hat sich super geklickt, mein gesamtes Leben zerstört, zehn Jahre Arbeit Nonstop, alles ist kaputt.“ Danach kommt er auf den Maskenskandal zu sprechen und wehrt alle Vorwürfe ab: „Ich habe keine Bangladeschi-Masken verkauft“, sagt Kliemann in die Selfie-Kamera. Er habe sie auch nicht produziert, all das sei bewiesen. Aber das wiederum sei irrelevant, weil „die Medien meinen Fall das ganze Sommerloch ausschlachten“ würden.



„Ihr habt mich mit öffentlichen Geldern groß gemacht, dann habe ich nicht gespurt“

Kliemann spricht von wild gewordenen Reportern und davon, dass andere in Sippenhaft genommen werden würden. Gemeint sind damit die Betreiber seines Do-it-yourself-Hofs bei Bremen, das sogenannte „Kliemannsland“. Das stehe seiner Meinung nach gegen Regeln von Menschen mit Zeigefingern und Vorurteilen, was nicht von allen akzeptiert werde. Wer diese Menschen sind, das macht Kliemann auch deutlich: „Aber da gibt es diesen einen Teil in der woken linken Szene, der das einfach nicht akzeptieren kann.“ Auch zu Böhmermann und der Investigativrecherche des „ZDF Magazin Royale“-Team äußert sich Kliemann. Die Sendung sei ihm persönlich egal, aber er habe das Gefühl, die Redaktion glaube sie sei etwas besser und dürfe „entscheiden wie andere Leute ihr Leben leben“. Der Böhmermann-Beitrag habe demnach „falsche Sachen suggeriert“. Diese Sichtweise mündet schließlich in eine allgemeine Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern: „Ich verstehe schon, ihr habt mich mit öffentlichen Geldern groß gemacht, dann habe ich nicht gespurt und genau mit den gleichen Geldern soll ich jetzt zerstört werden.“ Nach dieser Abrechnung schlägt das Video in einen Aufruf zum Anderssein um, das im „Kliemannsland“ unterstützt werden würde, um schlussendlich auf ein fast halbstündiges Youtube-Video zu verweisen, das Werbung für den DIY-Hof in Niedersachsen macht.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kliemann

Anfang Mai geriet Kliemann durch einen TV-Beitrag von Satiriker Jan Böhmermann wegen Verbindungen zu einer Textilfirma rund um das Geschäft mit Schutzmasken in die Kritik. Im Raum steht die Frage, ob die Produktionsherkunft – Asien statt Europa – bei Geschäften der Firma mit einem Großhändler im Jahre 2020 bewusst verschwiegen worden war. Kliemann und die Firma hatten sich dann unabhängig voneinander mehrmals zu Wort gemeldet und den kleinteiligen Fall erläutert. Kliemann hatte sich nach eigenen Angaben vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, dass in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene organisiert werden.

Gegen Kliemann läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts im Kontext des TV-Beitrags. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben mindestens eine Anzeige erhalten und leiteten später das Ermittlungsverfahren ein.


mit dpa

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