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Nach Döpfners Rückzieher

Nimmt Funke die geplante BDZV-Kündigung zurück? 

Funke-Chefin Julia Becker und Springer CEO Mathias Döpfner

Funke-Verlegerin Julia Becker, Axel Springer-CEO Mathias Döpfner – Foto: Funke Mediengruppe / Axel Springer

Nach der Debatte um die Rolle von BDZV-Präsident Mathias Döpfner in der Affäre um Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt, hatte die Funke Mediengruppe angekündigt, ihre Mitgliedschaft zum Jahresende zu beenden. Jetzt könnten die Essener ihren Plan rückgängig machen.

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Noch im Februar hatte Funke mit Verlegerin Julia Becker an der Spitze gefordert, dass Springer-Chef Mathias Döpfner als Präsident des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zurücktritt (MEEDIA berichtete). Das Essener Medienhaus war nach den Enthüllungen in der britischen „Financial Times“ nicht mehr davon überzeugt, dass Döpfner weiter der richtige Mann an der Spitze des Zeitungsverbands ist und kündigte an, aus dem BDZV auszutreten. Kurze Zeit später machte Funke Nägel mit Köpfen und kündigte an, die Mitgliedschaft ihres Unternehmens zum 30. Juni 2022 fristwahrend zu kündigen. Damit würde Funke mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahreswechsel aus dem Verband austreten.

„Die Werte, die wohl jedes dem Journalismus verpflichtete Verlagshaus auszeichnen, sehen wir aktuell nicht mehr ausreichend repräsentiert. Zudem haben wir Sorge, dass die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche gefährdet ist. Mit unseren Überlegungen, aus dem Verband auszutreten, wollen wir ein deutliches Zeichen setzen, dass sich etwas ändern muss“, erklärte die Mediengruppe damals.

Nun haben sich die Vorzeichen für den Zeitungskonzern geändert. Springer-Chef Döpfner kündigte vor wenigen Stunden an, dass er sein Amt als BDZV-Präsident „ab Herbst in geordneter Weise in neue Hände, vorzugsweise auch in neue Strukturen übergeben“ will (MEEDIA berichtete) . Als Grund führt er firmenbezogene Herausforderungen bei Axel Springer an. So erfordere das Wachstum des Medienhauses in den USA und der Kauf von „Politico“ „deutlich mehr Zeit und Präsenz von mir in Amerika“, ließ Döpfner verbreiten.

Sollte die Funke Mediengruppe weiter an Bord des BDZV bleiben, dürften das Präsidium und die Mitglieder aufatmen. Denn das Essener Medienhaus, zu dem die „WAZ“ und das „Hamburger Abendblatt“ gehören, gilt als einer der größten Beitragszahler des Verbands. 

Funke hält sich auf MEEDIA-Anfrage bedeckt. Ein Sprecher: „Bitte haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir uns im Moment nicht äußern.“

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