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150 Millionen Dollar

Twitter: Millionen-Strafe nach Datenschutzklage

Twitter

Foto: Imago/NurPhoto

Twitter hat laut Vorwürfen der US-Regierung Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Nutzern für seine Werbeplattform verwendet – das kostet den Online-Dienst nun 150 Millionen Dollar. Derweil gehen Investoren rechtlich gegen Elon Musk vor, der sich seine Twitter-Aktien zu einem „künstlich niedrigen Preis“ gekauft habe.

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Twitter einigte sich auf die Strafzahlung mit der Handelsbehörde FTC und dem Justizministerium, um eine Datenschutzklage beizulegen. Der am Mittwoch veröffentlichten Klageschrift zufolge bat Twitter die Nutzer um ihre Telefonnummern und E-Mail-Adressen mit der Begründung, man könne damit besser ihre Accounts absichern. Online-Dienste greifen zu E-Mails oder Nachrichten an Handy-Nummern zum Beispiel bei vergessenen Passwörtern oder um gesperrte Profile wieder freizuschalten. Twitter habe die Daten jedoch auch verwendet, um die Nutzern personalisierte Werbung anzuzeigen, heißt es in der Klage.

Zwischen Mai 2013 und September 2019 hätten mehr als 140 Millionen Nutzer ihre Telefonnummern oder E-Mail-Adressen mit Twitter geteilt, betonte die US-Regierung. Die sah in der Vorgehensweise des Dienstes einen Verstoß gegen eine Einigung aus dem Jahr 2011, bei der sich Twitter unter anderem zu Transparenz beim Datenschutz verpflichtet hatte.

Investoren gehen gegen Elon Musk vor

Derweil geht eine Gruppe von Twitter-Investoren rechtlich gegen den Tech-Milliardär Elon Musk vor, der beabsichtigt, die Plattform zu übernehmen. Der Vorwurf: Marktmanipulation. Musk habe bis zum 14. März – also vor seinem Übernahmeversuch – mehr als 5 Prozent des Unternehmens gekauft, ohne diesen Schritt öffentlich zu machen. Erst Anfang April gab Musk bekannt, 9,2 Prozent des Unternehmens zu besitzen.

„Indem er die Offenlegung seiner Beteiligung an Twitter hinauszögerte, hat Musk den Markt manipuliert und Twitter-Aktien zu einem künstlich niedrigen Preis gekauft“, so die Investoren, angeführt von William Heresniak aus Virginia. Insgesamt habe sich Musk durch den Trick 156 Millionen Dollar „gespart“. Auch Twitter selbst wird von den Investoren beschuldigt, da das Unternehmen die Vorgänge nicht frühzeitig untersucht habe.

th mit dpa

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