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"SZ"-Interview

Burda-CEO Weiss meldet Rekordergebnis für 2021, sorgt sich aber wegen Inflation  

Burda-CEO Maertin Weiss – Foto: HBM

Das Medienhaus Hubert Burda hat 2021 trotz der Corona-Krise das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte erzielt. Auch 2022 will Burda wachsen. Wie stark, ist unklar. Denn die Inflation macht dem Magazingeschäft zu schaffen.

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„Ein Printsterben kann ich bei uns nicht feststellen“, erklärt Martin Weiss, neuer Chef des Burda-Konzerns in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. In Deutschland sei das Printgeschäft nur minimal um ein Prozent zurückgegangen „und damit stabil“, so der Vorstand. Weiss ist seit Jahresanfang neuer Vorstandschef von Burda und löste den langjährigen CEO Paul-Bernhard Kallen an der Spitze ab.

Der Burda-Konzern, zu dem Titel wie „Focus“ und „Bunte“ gehören, konnte das vergangene Geschäftsjahr als das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte abschließen. Der Umsatz kletterte trotz der Corona-Pandemie um sechs Prozent auf 2,945 Milliarden Euro. „Auch die Ergebnissituation war hervorragend. Wir haben rund 250 Millionen Euro investiert und damit deutlich mehr als 2020, und zwar in Geschäfte, an die wir glauben“, sagt Weiss. Zahlen zum Ergebnis in 2021 nennt er allerdings nicht. 

Weiss geht davon aus, dass der Medienkonzern auch im laufenden Geschäftsjahr zulegen wird. „Wir werden auch 2022 wachsen, aber ob wir ein weiteres Rekordjahr einfahren, wäre zu früh zu sagen“, sagt er. Das liegt wohl daran, dass die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs schwer einzuschätzen sind. Denn die Münchener bleiben, wie alle Unternehmen, hiervon nicht verschont. „Es sind keine einfachen Zeiten. Die E-Commerce-Aktivitäten nach Russland haben wir eingestellt. Gleichzeitig steigen die Energie- und Papierpreise. Gerade in unseren Druckereien brauchen wir Gas, um das Papier zu trocknen und die Maschinen zu betreiben“, konstatiert er. „Das alles tut betriebswirtschaftlich weh, wirft uns aber nicht um“, sagt er.

Sorge bereitet Weiss die Inflation, die auf die Konsumlaune der Verbraucher drückt. Dies könne negativ auf den Magazinabsatz abfärben. Grund: Rund 70 Prozent seiner Zeitschriften verkauft Burda im Lebensmittel-Einzelhandel. „Wenn die Menschen an die Kasse kommen und am Zeitschriftenregal stehen, haben sie jetzt nicht mehr so viel Geld in der Tasche und halten sich zurück. Im März und April hat dieser negative Trend noch mal zugenommen“, so Weiss. 

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