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Vorwurf der Bilanzfälschung

Burda-Chef Weiss droht Ärger bei Mode-Beteiligung Zilingo

Burda-CEO Maertin Weiss – Foto: HBM

Martin Weiss gerät unter Druck. Der Burda-Vorstandschef muss mehr als 30 Millionen Euro auf seine Beteiligung an der Online-Plattform Zilingo in Südostasien abschreiben. Die Plattform geriet laut „FAZ“ in den Verdacht, Bilanzen gefälscht zu haben.

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Seit Anfang des Jahres ist Martin Weiss neuer Vorstandsvorsitzender von Hubert Burda Media. Kaum im Amt, hat der Nachfolge von Paul-Bernhard Kallen Probleme. Grund hierfür ist die Beteiligung an der Modeplattform Zilingo in Südostasien. Die ist in den Verdacht geraten, Bilanzen gefälscht zu haben. Wie die „FAZ“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wurde die Co-Gründerin Ankiti Bose im März freigestellt und am vergangenen Donnerstag gefeuert. Die internationale Detektei Kroll sei eingeschaltet worden, um die Angelegenheit zu untersuchen. Zudem hätten etliche Kreditgeber ihre Darlehen fällig gestellt. 

Laut „FAZ“ muss Burda deshalb 35 Millionen Euro abschreiben. Die Zeitung beruft sich hier auf das Umfeld des Unternehmens. Unklar sei, ob es bei dieser einmaligen Abschreibung bleibt, heißt es. Ein Unternehmenssprecher lehnte gegenüber der „FAZ“ einen Kommentar zur Ergebnisbelastung ab und verwies auf die laufenden Ermittlungen in Singapur: „Das Geschäft von Zilingo ist in den letzten zwei Jahren durch Corona und eine Refokussierung des B2C- auf das B2B-Geschäftes extrem unter Druck geraten. Parallel laufen derzeit Investigationen gegen die Gründerin.“

Sobald „die finalen Ergebnisse“ dieser Ermittlungen vorlägen, werde sich der Zilingo-Vorstand äußern, teilt Burda auf MEEDIA-Anfrage. Ein Sprecher fügt hinzu: „Burda hat über seinen internationalen Wachstumskapitalarm BurdaPrincipal Investments insgesamt an drei Finanzierungsrunden für Südostasiens Fashionplattform Zilingo teilgenommen – erstmalig im Jahr 2017 (Series B), dann erneut im Jahr 2018 (Series C) und zuletzt im Jahr 2019 (Series D).“  Burda sei ein kleiner Anteilseigner von Zilingo und halte hier unter zehn Prozent Firmenbeteiligung. Insgesamt habe der Verlag einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen investiert. „Als Shareholder unterstützen wir das Board in Singapur in der Aufklärung der Vorfälle vor Ort“, so Burda.

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