Anzeige

Leak

Fehlt Meta die Kontrolle über die Nutzerdaten?

Facebook Gründer Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg – Foto: imago images / Christophe Morin

Soziale Netzwerke sind immer wieder für ihren Umgang mit Userdaten in der Kritik. Ein neuer Leak legt nahe, dass die Facebook-Mutter Meta nicht weiß, was mit den Daten geschieht, die von dem Netzwerk über die Nutzer gespeichert werden.

Anzeige

Welche Daten speichern die sozialen Netzwerke von ihren Usern und was geschieht mit ihnen? Diese Frage beschäftigt die Datenschützer in der Europäischen Union regelmäßig. Ein neuer Leak, der dem Online-Medium „Motherboard“ vorliegt, verrät jetzt, dass Facebook möglicherweise gar nicht weiß, was genau mit den gespeicherten Daten geschieht. 

Laut „Motherboard“ handelt es sich bei den Autoren des Dokuments um Facebook-Mitarbeiter aus dem Bereich Datenschutz und Privatsphäre. Stimmt, was in dem Dokument zu lesen ist, dann werden die gesammelten Daten zentral gespeichert und jede Einheit bei Facebook hat Zugang zu diesen Daten. Das Problem dabei: die Informationen wandern unkontrolliert durch das Unternehmen, eine Nachverfolgung, was mit den Daten am Ende genau passiert, sei nicht mehr möglich. Damit sei es laut Aussage der Autoren des Dokuments auch unmöglich zu erklären, dass man „keine Daten X für den Zweck Y benutze“, wie es von Seiten der Datenschützer und Regulierer etwa auf EU-Ebene gefordert ist. In dem Dokument wird die Situation bei Meta mit einem bildlichen Vergleich drastisch verdeutlicht. Man solle sich vorstellen, ein Tintenfass in der Hand zu halten. Dieses Fass beinhalte alle Arten von Daten. Und genau diese Fass kippe man in einen großen See. Das Dilemma fassen die Autoren in einer Frage zusammen: „Und wie kommt die Tinte jetzt in das Fass zurück, wie organisiert man, dass die Tinte nur in erlaubte Bereiche des Sees fließen kann?“    

Das Dokument stammt dem Jahr 2021. Motherboard hat sich die Situation von einem ehemaligen Mitarbeiter bestätigen lassen, demnach sei der Umgang mit Daten bei dem sozialen Netzwerk katastrophal. Bei Meta bestreitet man die Situation. Wie ein Sprecher gegenüber dem Portal erklärte, sei das kein Beweis, dass der Konzern sich nicht an Datenschutzbestimmungen halte. Das Unternehmen sei in der Lage DSGVO-konform zu agieren.

ts

Anzeige