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Angepasster Wahrnehmungsvertrag

Was sich für Journalisten bei der VG Wort jetzt ändert

Foto: Torben Heine

Wahrnehmungsberechtigte der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) erhalten derzeit Post: Der Wahrnehmungsvertrag wird entsprechend zweier Mitgliederbeschlüsse aus 2021 angepasst. MEEDIA hat nachgefragt, was die Änderungen für Journalistinnen und Journalisten konkret bedeuten.

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Die Veränderungen betreffen den Umfang der Rechte, die die VG Wort für Journalistinnen und Journalisten vertritt. „Es werden neue gesetzliche Vergütungs- und Beteiligungsansprüche zukünftig durch die VG Wort wahrgenommen“, heißt es von einer Sprecherin. Damit werde die Reform des Urheberrechts umgesetzt, die seit dem 7. Juni 2021 in Kraft ist.

14 Änderungen im Wahrnehmungsvertrag und drei Änderungen im Inkassoauftrag für das Ausland sind in dem Schreiben, das die Berechtigten bis Mitte Mai erhalten, vermerkt. Auf MEEDIA-Nachfrage nennt die VG Wort vor allem zwei Neuerungen, die Journalistinnen und Journalisten beträfen.

Vor allem zwei Änderungen für Journalisten relevant

Erstens: die Wahrnehmung von gesetzlichen Vergütungsansprüchen gegenüber Upload-Plattformen wie YouTube, die verwertungsgesellschaftspflichtig ausgestaltet sind. Das bedeutet, dass die VG Wort Ansprüche für Berechtigte wahrnehmen kann, wenn ein Dritter (etwa ein Filmproduzent), dem der Urheber zuvor das Recht an seinen Werken eingeräumt hat, dieses Recht dem Diensteanbieter (etwa YouTube) lizensiert.

Zweitens: das im Juni 2021 neu gefasste Presseverlegerleistungsschutzrecht, das verbunden mit dem Beteiligungsanspruch der Urheber neu in den Wahrnehmungsvertrag aufgenommen wurde. Das bedeutet, dass die VG Wort Ansprüche für Mitglieder wahrnehmen kann, wenn Presseverlage das Nutzungsrecht an die VG Wort lizensieren. Plattformen wie Google und Facebook müssen dann etwa für die Verwendung von Text-Snippets Lizenzzahlungen an die VG Wort leisten, von denen ein Teil den Journalistinnen und Journalisten zusteht.

Von den Anpassungen könnten die Wahrnehmungsberechtigten künftig direkt profitieren: „Die VG Wort erhofft sich durch die Wahrnehmung dieser Rechte und Vergütungsansprüche zukünftig neue Einnahmen, die dann auch den Urhebern zugutekommen werden“, heißt es. Allerdings: Gemäß des neuen Wahrnehmungsvertrags werden auch die Verlage wieder an den Ausschüttungen beteiligt – zu einem Drittel. Genauere Angaben machte die Verwertungsgesellschaft zu den Einnahmeaussichten zunächst nicht.

Keine aktiven Schritte erforderlich

Der angepasste Wahrnehmungsvertrag erfordert keine explizite Zustimmung der VG-Wort-Mitglieder. „Aktive Schritte von Seiten der Journalistinnen und Journalisten im Zusammenhang mit den Änderungen des Wahrnehmungsvertrags sind nicht notwendig“, so die Sprecherin. Die bestehenden Verträge würden automatisch an die neue Rechtslage angepasst, sofern kein Widerspruch erfolgt. Dieser muss gegebenenfalls bis zum 30. Juni 2022 bei der VG Wort eingegangen sein.

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