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Der Nielsen-Werbetrend für den März 2022

Brutto-Werbeumsatz-Plus schwächt sich ab

Das Wachstum der deutschen Werbeträger in Sachen Brutto-Umsatz schwächt sich laut Nielsen deutlich ab. Setzten die von den Daten-Analysten erfassten Medien und Vermarkter im Januar brutto noch 14,8 Prozent mehr um als im Januar 2021, betrug das Plus nach Ablauf des Februars nur noch 12,2 Prozent und nach Ende des März nun nur noch 7,0 Prozent.

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8,154 Milliarden Euro wurden laut Nielsen umgesetzt, in den ersten drei Monaten des Vorjahres waren es noch 7,620 Milliarden. Das geringste Plus verzeichnet dabei interessanterweise inzwischen das Fernsehen, das sich gegenüber den drei Vorjahresmonaten nur um 4,6 Prozent steigerte. Nach Ende des Februars lag das Plus noch bei deutlich höheren 10,1 Prozent. Betrachtet man nur den März, so lag der Brutto-Umsatz mit Fernsehwerbung sogar unter dem Vorjahr. Aus 1,383 Milliarden Euro wurden im März 2022 noch 1,328 Milliarden.

Die anderen großen Werbeträgergattungen liegen höher über den entsprechenden Vorjahreswerten. So setzten die Publikumszeitschriften 4,9 Prozent mehr um als im ersten Quartal 2021, die Zeitungen 5,1 Prozent mehr und die Online-, bzw. Mobile-Vermarkter 6,6 Prozent mehr. Mit Direct Mailings wurde brutto 6,4 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr.

Die drei kleinsten Branchen wuchsen hingegen prozentual gesehen deutlich mehr als der Gesamtmarkt. So steigerte sich die Out-of-Home-Reklame um stolze 22,6 Prozent, das Radio um 20,4 Prozent. Um sagenhafte 138.441,8 Prozent wuchsen die Brutto-Umsätze mit Kinowerbung, allerdings gab es im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie-bedingten Kino-Schließungen nahezu keine Umsätze mit Werbung. Aus 10.000 Euro (!) wurden hier ein Jahr später 13,450 Millionen Euro. Daher das gigantische prozentuale Plus.

Zu den Branchen, die besonders viel zu den Umsatz-Zuwächsen der Medien und Vermarkter beitrugen, gehören Möbel- und Einrichtungshäuser, Tourismus-Unternehmen, Firmen aus der Telekommunikation, sowie Anbieter von Beruhigungs- und Schlafmitteln, bzw. Stimmungsaufhellern. Mehr zu den Branchen-Umsätzen auf Seite 53 dieser Ausgabe.

Nielsen bereinigter Werbetrend, Bruttowerbeaufwendungen Deutschland / Januar-März 2022

Mediengruppe März – in 1.000 € YTD – in 1.000 € Anteil in % YTD Vorjahr – in 1.000 € Veränd. Vorjahr kum in %
Gesamt 2.969.227 8.154.295 100,0 7.620.664 7,0
TV 1.327.898 3.687.606 45,2 3.526.837 4,6
Zeitungen 450.751 1.191.517 14,6 1.133.213 5,1
Online* 375.800 1.042.813 12,8 977.976 6,6
Publikumszeitschriften 234.714 660.133 8,1 629.242 4,9
Direct Mailings 210.550 609.484 7,5 572.873 6,4
Out of Home* 202.773 523.181 6,4 426.686 22,6
Radio 162.658 426.112 5,2 353.827 20,4
Kino 4.084 13.450 0,2 10 138.441,8
Quelle: Nielsen / bereinigter Werbetrend, Bruttowerbeaufwendungen Deutschland / * Die Online/OOH-Werte sind als vorläufig zu betrachten und können sich aufgrund von Nachmeldungen rückwirkend ändern.

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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