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Elon Musk und Twitter

Ex-G+J-Chefin Julia Jäkel kritisiert Twitter-Übernahmepläne von Elon Musk

Julia Jäkel – Foto: dpa

Die frühere Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel zeigt sich besorgt darüber, dass Tesla-Chef Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen will. Damit hänge die Demokratie von der „Gnade einzelner Milliardäre“ ab.

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Die geplante Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch den US-Milliardär Elon Musk stößt bei prominenten Stimmen auf Widerstand. Die ehemalige Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel befürchtet, dass hierdurch die Demokratie leidet. „Demokratie hängt inzwischen ab von der Gnade einzelner Milliardäre, die globale Informationsplattformen kontrollieren. Nicht gut“, schreibt Jäkel auf dem Netzwerk LinkedIn und fragt sich. „Wie kann es sein, dass wir es als Gesellschaft zulassen, dass ein Einzelner unsere kommunikative Infrastruktur bestimmen kann? Und wie kann es sein, dass wir – in diesem Fall der amerikanische Gesetzgeber – keinen Gesetzesrahmen entwickelt haben, der so eine Entwicklung verhindern kann?“ 



Sollte es zu keiner gesetzlichen Beschränkung kommen, habe dies laut Jäkel fatale Auswirkungen: „Am Ende wundern wir uns über den Brexit, Donald Trumps Sieg 2016, oder heute über fast die Hälfte der Franzosen, die im ersten Wahlgang extrem wählen.“ Damit schlägt sie ähnliche Töne wie die renommierte Harvard-Professorin Shoshana Zuboff an. Diese sagte gegenüber der „Washington Post“, dass eine Person, die Twitter kontrolliere, „mit der Demokratie unvereinbar“ sei.

Jäkel hatte Anfang 2021 ihren CEO-Posten bei dem Zeitschriftenhaus abgegeben, das Anfang 2021 von dem zu Bertelsmann zählenden TV-Tochter RTL übernommen wurde. Unterdessen geht das Gerangel um eine Übernahme des Kurzmitteilungsdienstes Twitter weiter. Tesla-Chef Elon Musk, der bei Twitter mit seinen Übernahme-Plänen auf Widerstand stößt, kündigte an, die Gehälter des Twitter-Vorstands auf null zu senken. Via Twitter erklärte Musk am Wochenende. „Das Gehalt des (Twitter-)Vorstands wird null Dollar betragen, wenn mein Angebot erfolgreich ist“, so der Geschäftsmann. „Das sind also drei Millionen Dollar pro Jahr, die wir hier sparen.“ Musk, der neun Prozent an Twitter hält, stößt mit seiner Übernahmeofferte auf große Gegenwehr. So ist der Twitter-Vorstand nicht begeistert und hat mit einer sogenannten „Giftpille“ reagiert. Die Gegenmaßnahme sieht vor, dass andere Aktionäre zusätzlich Anteile günstig kaufen können, wenn ein Aufkäufer die Marke von 15 Prozent überschreitet. Dies soll verhindern, dass Musk das Unternehmen komplett erwirbt.

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