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Recruiting bei Agenturen

Mit dem Camping-Bus Bewerber einfangen

Um Bewerber zu locken, lässt die Hamburger PR-Agentur Frau Wenk einen Camping Bus herrichten, der Mitarbeitern zur Verfügung steht – Foto: Frau Wenk

Die Agenturbranche leidet unter Nachwuchsmangel. Mittlerweile – so heißt es – müssen sich Firmen bei künftigen Mitarbeitern bewerben. Die Hamburger PR Agentur Frau Wenk geht unkonventionelle Wege, um neue Leute zu finden: Mit einem digitalen Recruiting-Magazin und einem Camping Bus als mobile Office.

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Gegründet wurde PR Agentur Frau Wenk von der ehemaligen Krankenschwester Andrea Buzzi (Wenk ist ihr Geburtsname). Die Agentur betreut vor allem Kunden aus Internet-Technologie und Plattformen.

Frau Buzzi, In der Agenturbranche gilt Personal- und Nachwuchsmangel mittlerweile als eines der drängendsten Probleme – wie schwer ist es für Ihre Agentur, neue Mitarbeiter zu finden?

Andrea Buzzi: Es war noch nie so schwer.  

Andrea Buzzi ist Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur Frau Wenk. Bewerber besucht sie schon mal mit dem Camping-Bus – Foto: Klaus Knuffmann

Welche Schritte werden bei Frau Wenk unternommen, um neue Mitarbeiter zu finden und vor allem zu überzeugen?

Als erstes versuchen wir mit den Vorurteilen aufzuräumen, die immer wieder gegen das Arbeiten in Agenturen ins Feld geführt werden. Wir legen großen Wert darauf, nahbar, emotional und ehrlich zu kommunizieren. Wenn es sich einrichten lässt, mache ich auch stets den ersten Kontakt. Es hat sich gezeigt, dass Bewerber dies als extrem wertschätzend empfinden.

Sie haben ein Digital-Magazin produziert, mit dem sich die Agentur quasi bei den Bewerbern bewirbt. Wie kam die Idee dazu zustande und wie kommt das bei den Bewerbern an?

Wir haben eine schlagkräftige und kreative Multimedia-Redaktion, die immer mehr Inhalte multimedial darstellt und umsetzt. Da kam irgendwann das eine zum anderem, und da wir immer gerne Neues ausprobieren, haben wir kurzentschlossen gesagt: Wir machen das jetzt mal. Der Erfolg hat uns dann selbst etwas überrascht. Bislang verzeichnete das Magazin über 7.000 Zugriffe. Es kommt so gut an, dass wir darüber sogar schon Jobanfragen bekommen. Zudem sagte gerade erst ein Bewerber während des ersten Gesprächs, dass er keine Fragen mehr hätte, weil das Magazin alle schon beantwortet hätte.

Ein ungewöhnliches Projekt ist, dass nunmehr ein VW-Bus hergerichtet wird, mit dem ihre Mitarbeiter auf Trips gehen und auch mobil arbeiten können. Was hat es damit auf sich?

In vielen Vorstellungsgesprächen erzählten die Bewerber, dass es zu ihren kleinen Träumen gehört, einmal einen Bulli auszubauen, mit ihm durch die Gegend zu fahren und mobil zu arbeiten. Tatsächlich bewegt diese Flexibilität, auch als mentaler Zustand, nicht nur die Bewerber, sondern auch uns alle in der Agentur. Da passte die Idee mit dem Bus perfekt. 

„Wer sich bewirbt, den besuche ich mit dem Bulli, und wir trinken einen Kaffee.“

Wollen Sie den Camping-Bus auch als Recruiting-Tool nutzen?

Natürlich. Wer sich bewirbt, den besuche ich mit dem Bulli, und wir trinken einen Kaffee. Zudem eignet er sich prima für ein überzeugendes Storytelling via SocialMedia. Er soll auch für viel Aufmerksamkeit bei Instagram sorgen. 

Wie weit sind sie mit dem Bus?

Das müssen Sie die KFZ-Mechaniker fragen. Derzeit ist er voll einsatzfähig, mit Bett, Küchenblock etc. Wir wollen ihn aber noch cooler ausstatten. Heißt: Er wird noch komfortabler und ansehnlicher. Aber an den kommenden Brückentage wird es schon möglich sein, am Meer zu arbeiten. Ob nun in St. Peter Ording oder Timmendorfer Strand. 

Was erhoffen Sie sich von der Anschaffung?

Wir wollen alle Lebensfreude damit haben – und natürlich auch Aufmerksamkeit. Das steht und fällt allerdings auch mit der Ausgestaltung. Zudem transportiert der Bus sehr direkt und klar die Agilität, Kreativität, Beweglichkeit und den Entdeckergeist, für den die Marke Frau Wenk steht.  

Im Social Web setzt Frau Wenk stark auf Arbeitsatmosphäre, wie gemeinsame Essen oder eine Dachterrasse. Wie wichtig sind solche soften Faktoren heute, um Bewerber zu überzeugen?

Uns ist eine familiäre Atmosphäre wichtig. Die leben wir jeden Tag. Wir wollen ein positiver Ort sein, bei dem der produktive Austausch mit den Kunden im Mittelpunkt steht. Eine Firma, in die man gerne geht. Gleichzeit kommt es am Ende des Tages jedoch darauf an, dass man den Angestellten eine wirklich befriedigende Aufgabe bieten kann, auf die sie wirklich Lust haben. Ein gutes und gemeinsames Mittagessen unterstützt das, ist aber nicht alles.   

Welche Rolle spielt noch das gute, alte Geld?

Eine faire, gleiche und angemessene Bezahlung ist uns besonders wichtig. Die Leute verbringen schließlich einen Großteil ihrer Zeit im Job. Das muss auch honoriert werden, und zwar so, dass man in der Zeit, in der man nicht arbeitet, auch wirklich schöne Dinge tun kann.

Wann wird der Frau-Wenk-Bus zum ersten Mal losrollen?

Das kann man auf Instagram live mitverfolgen. 

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