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Keine Rüge für "Bild"

Presserat weist Beschwerden gegen „Die Lockdown-Macher“ zurück

So berichtete "Bild.de" über die Wissenschaftler Dirk Brockmann, Viola Priesemann und Michael Mayer-Hermann – Foto: Screenshot

Der Deutsche Presserat hat die Beschwerden über den Artikel „Die Lockdown-Macher“ der „Bild“ als unbegründet zurückgewiesen. Das verkündete der Presserat in einer am Donnerstag verschickten Pressemeldung. Die von der „Bild“-Redaktion vorgenommene Bezeichnung der drei Experten als „Lockdown-Macher” habe einen Tatsachenkern.

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Deshalb verletze der Artikel nicht die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex, stellte der Beschwerdeausschuss fest. Der Einfluss der von der „Bild“ genannten Wissenschaftler Dirk Brockmann, Viola Priesemann und Michael Mayer-Hermann auf politische Entscheidungen über Corona-Maßnahmen ließe sich belegen. Die Bezeichnung „Die Lockdown-Macher“ sei daher eine zulässige Zuspitzung, die pointiert und streitbar sein mag, jedoch von der Meinungsfreiheit gedeckt sei.

„Die Mitglieder des Presserats kamen mehrheitlich zu dem Schluss, dass auch die Darstellung der drei Wissenschaftler nebeneinander im Porträt zulässig ist und nicht das Ansehen der Presse nach Ziffer 1 des Pressekodex beschädigt“, heißt es in der Erklärung. „Durch ihre Auftritte in den Medien während der Corona-Pandemie haben sich die Experten selbst in die Öffentlichkeit begeben und müssen es hinnehmen, auch persönlich kritisiert zu werden, wertete der Ausschuss.“

Im vergangenen Dezember hatten sich 94 Personen und wissenschaftliceh Instituationen über den Beitrag bei „Bild“ und „Bild.de“ beschwert. Sie kritisierten, der Artikel erwecke den Eindruck, dass Wissenschaftler persönlich für Corona-Maßnahmen verantwortlich seien und nicht etwa die Politik. Dies schüre Verschwörungstheorien und fördere Hetze gegen Wissenschaftler. Der Presserat leitete daraufhin ein Verfahren gegen „Bild“ ein.

amx

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