Sparkurs der Kirche

Evangelische Journalistenschule soll endgültig geschlossen werden

Foto: Imago/epd

Das Aus für die Evangelische Journalistenschule (EJS) ist beschlossen. Langwierige Versuche, die seit 1995 bestehende Ausbildungsstätte trotz des Sparkurses der Kirche zu retten, sind damit gescheitert. Die Initiatoren einer entsprechenden Initiative sowie der Freundes- und Förderverein zeigen sich enttäuscht.

Der Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerks der evangelischen Publizistik (GEP) habe am Dienstag „nach zweijährigen intensiven Verhandlungen“ mit dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Unterstützer*innenkreis der EJS beschlossen, die Journalistenschule nicht weiterzuführen, heißt es in einer Mitteilung der Initative „ejs_retten“.

Schon im Frühjahr 2020 wurden die Pläne zur Schließung der EJS bekannt, woraufhin sich mehr als 1500 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner in einem offenen Brief an die EKD und einer breiten Kampagne für den Erhalt der Journalistenschule stark machten (MEEDIA berichtete).

Das GEP und die Initiative verhandelten bis zuletzt über ein Neukonzept der Evangelischen Journalistenschule als digitales Kompetenzzentrum „EJS 4.0“. Dieses habe vorgesehen, „neben der reformierten grundständigen Journalismus-Ausbildung den Bereich der Fort- und Weiterbildung deutlich ausbauen, und zwar mit einem dezidierten Schwerpunkt in digitalen Kompetenzen“, heißt es in der Mitteilung. Das Konzept sei positiv aufgefasst worden, die Frage der Finanzierung hingegen blieb ungeklärt.

Leiter der EJS: „Ein verheerendes Signal“

Oscar Tiefenthal, Leiter der EJS, sieht in dem jetzt beschlossenen Aus eine „bittere und falsche Entscheidung“. Seit dem Bestehen habe die Schule unter ständigem Spardruck eine hochwertige Ausbildung gewährleisten können. „Ausgerechnet im Bereich Qualitätsausbildung für Journalistinnen und Journalisten die Lichter auszuknipsen, ist ein verheerendes Signal nicht nur für die evangelische Publizistik“, so Tiefenthal.

Natascha Gillenberg, Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises der EJS, sagt mit Blick auf die derzeitige Situation in der Ukraine über das Aus der Schule: „Diese Entscheidung entspricht weder den Herausforderungen dieser Zeit noch dem, was wir als Kirche beitragen können.“

th