Anzeige

Einigung über Tarifvertrag

„Zeit Online“ nähert sich Schrittweise der Printredaktion an

Das "Zeit"-Gebäude in Hamburg – Foto: Die Zeit

Die Gehälter und die Arbeitszeit bei „Zeit Online“ werden in den nächsten Jahren bis 2026 schrittweise an das Niveau der Printredaktion der „Zeit“ angepasst. Dies ist das Ergebnis aus Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Holtzbrinck, wie der DJV am Dienstag mitteilte.

Anzeige

„Holtzbrinck passt Gehälter und Arbeitszeit schrittweise an Printredaktion der ‚Zeit‘ an“ – so ist die Mitteilung des DJV betitelt. Konkret bedeutet das, dass im Laufe von fünf Jahren die Redakteurinnen und Redakteure sowie Angestellten von „Zeit Online“ in Vergütung und Arbeitszeit schrittweise der Printredaktion der „Zeit“ gleichgestellt werden. Auf diesen Tarifvertrag haben sich die Gewerkschaften DJV Berlin-JVBB und DJU in Verdi sowie Holtzbrinck einigen können. Laut DJV sei diese Regelung die erste dieser Art in der Branche.

Die Berliner Angestellten bekommen auf der einen Seite eine Anhebung der Gehälter. Auf der anderen Seite wird die bisherige Arbeitszeit von 40-Wochenstunden auf 36-Wochenstunden für Redakteurinnen und Redakteure sowie auf 35-Wochenstunden für Verlags-Angestellte gesenkt. Ab 2026, so der DJV, gelten dann „fast vollständig die jeweiligen Flächentarifverträge für Redakteur/innen und Angestellte im Zeitschriftenbereich“.

Finanzielle Erfolge von „Zeit Online“ machen die Angleichung möglich

Steffen Grimberg, Vorsitzender des DJV Berlin-JVBB, spricht von „konstruktiven Verhandlungen“, die zur Übernahme des Flächentarifs für Zeitschriften für die Onliner geführt hätten. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Die Gehaltstabelle für Redakteurinnen und Redakteure „in besonderer Stellung“ (Gruppe II) wird als solche nicht in den Tarifvertrag übernommen. In der Mitteilung heißt es aber auch: „Deren Gehälter inklusive Funktionszulagen sollen jedoch das tarifvertragliche Niveau nicht unterschreiten.“

Grimberg verweist in seinem Statement auf die finanziellen Erfolge von „Zeit Online“, die diesen Schritt möglich machten. Erst vor wenigen Wochen verkündete der Zeit-Verlag Rekordzahlen für 2021. Ein Gesamtumsatz von 275 Millionen Euro und ein Plus 17 Prozent, hieß es in der Mitteilung. „Zeit“ und „Zeit Online“ machen summiert mit 188,7 Millionen Euro den Großteil des Umsatzes aus (MEEDIA berichtete). Grimberg sagt: „Die positiven Zahlen zeigen: Im Onlinebereich sind funktionierende Geschäftsmodelle möglich, und davon können und müssen auch die Beschäftigten profitieren. Ihre Gleichstellung mit Printredaktionen ist eine langjährige Forderung des DJV, deren Erfüllung nun Fortschritte macht.“

Die Angleichung, zunächst der Gehälter und anschließend der Arbeitszeit, soll in Jahresschritten ab dem 1. April 2022 erfolgen.

tb

Anzeige