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Krieg in der Ukraine

„Möchten nicht zugucken“: „Katapult“ gründet Ukraine-Zeitung

Katapult-Gründer Benjamin Fredrich plan eine Journalistenschule in Greifswald

"Katapult"-Gründer Benjamin Fredrich plan eine Journalistenschule in Greifswald Logo: Katapult-Verlag

Seit Tagen schon ist das „Katapult“-Logo samt Eis-Waffel in den Nationalfarben der Ukraine gefärbt. Nun hat Magazingründer Benjamin Fredrich angekündigt, dass er und sein Team eine eigene Ukraine-Zeitung gründen. Mitarbeitende verzichten dafür auf bis zu 50 Prozent ihres Gehalts.

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„Wir haben Krieg in Europa. Wir haben einen Krieg, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Wir haben einen mächtigen Aggressor in Europa, wie wir ihn seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben.“

Das schreibt „Katapult“-Chef Benjamin Fredrich in einem Text, der am Wochenende veröffentlicht wurde. Fredrich und sein Team in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern starten aufgrund des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine eine eigene Ukraine-Zeitung -– und verzichten dafür auf Gehalt.

20 Mitarbeitende, die aktuell 3.300 Euro verdienen, machen dabei mit. Konkret verzichtet die Hälfte auf 25 Prozent, die andere Hälfte auf 50 Prozent des Gehalts. Ein Mitarbeiter, heißt es, sogar auf 100 Prozent seines Lohns.

Das hat das „Katapult“-Team um Fredrich konkret vor

In seinem Aufruf erklärt Fredrich, warum es an der Zeit sei, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen. Zuschauen ist keine Option mehr. „Wir müssen alles tun, was wir können – und weil wir Journalist:innen sind, müssen wir genau das machen: Journalismus. Aufklären. So viel und so direkt wie möglich“, schreibt der Gründer des Magazins.

Aus diesem Grund will „Katapult“ 20 weitere Journalistinnen und Journalisten einstellen. Die sollen über die Ukraine berichten, aus Deutschland heraus aber auch aus der Ukraine. Konkret möchte man freie Reporterinnen und Reporter aus der Region unterstützen, aber auch selbst welche einstellen. Fredrich schreibt: „Wir werden ein Newsteam aufbauen – mit Leuten, die in der Ukraine bleiben, mit welchen, die gerade nach Deutschland flüchten, und mit welchen, die in die Ukraine reisen werden.“

Außerdem sendet der Verlag 10.000 Euro in die Ukraine und möchte geflüchteten Journalistinnen und Journalisten Redaktionsräume und die Infrastruktur am Sitz in Greifswald zur Verfügung stellen.

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