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Eskalation im Zeitungsverband

Funke fordert Döpfner zum Rücktritt als BDZV-Präsident auf

Funke-Chefin Julia Becker und Springer CEO Mathias Döpfner

Funke-Verlegerin Julia Becker, Axel Springer-CEO Mathias Döpfner – Foto: Funke Mediengruppe / Axel Springer

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, hat die Funke Mediengruppe unter Führung von Verlegerin Julia Becker den Axel Springer-CEO Mathias Döpfner aufgefordert, vom Amt als BDZV-Präsident zurückzutreten. Grund sind die jüngsten Enthüllungen der „Financial Times“ zur Reichelt-Affäre und Döpfners Rolle darin.

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In dem „FT“-Artikel wurde beschrieben, dass der Springer-CEO und das Management des Konzern früh von den Vorwürfen des Machtmissbrauchs gegen den ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt wussten. Außerdem habe Döpfner eine „Gegen-Untersuchung“ initiiert um angebliche Hintermänner zu finden.

Bei einer Delegiertenversammlung des BDZV Mitte Februar kam die Sache kaum zur Sprache. Kürzlich legte allerdings Thomas Düffert, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Madsack seinen Stellvertreterposten beim BDZV mit Verweis auf Döpfners Rolle in der Reichelt-Affäre nieder (MEEDIA berichtete). Funke-Geschäftsführer Christoph Rüth hatte sich schon vor dem „FT“-Bericht als einer der deutlichsten Kritiker der Rolle Döpfners positioniert.

Die Funke-Gruppe hatte bereits ein Positionspapier beim BDZV eingebracht, in dem eine Neuordnung der Führung und einer Verschmelzung aller Medienverbände angeregt wird. In der aktuellen Stellungnahme heißt es laut „SZ“: „Wir halten die hier geforderte Trennung von Präsidentenamt und Person für nicht haltbar. Deshalb erwarten wir eine personelle Neuaufstellung an der Spitze des BDZV.“ Und weiter: „Die Werte, die wohl jedes dem Journalismus verpflichtete Verlagshaus auszeichnen“ seien im BDZV nicht mehr ausreichend repräsentiert. Zudem habe man die Sorge, dass „die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche gefährdet ist“. Funke droht zudem offen mit einem Austritt.

Wie es jetzt im BDZV weitergeht, ist unklar. Eigentlich soll eine Projektgruppe die von Funke im ersten Papier angeregten Reformvorschläge durcharbeiten. Dass es nach der aktuellen Einlassung von Funke dabei bleibt, ist kaum vorstellbar.

swi

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