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Nach Entscheidung aus Frankreich

Das Aus für Google Analytics rückt näher

Aufmacher Analytics

Das Aus für Analytics in Europa? Das US-Magazin "Wired" vermutet, dass die österreichische Entscheidung nur der erste Dominostein ist, der fällt – Foto: Imago / YAY Images

Die französische Datenschutzbehörde CNIL bestätigt das österreichische Urteil gegen Google Analytics. Das Trackingtool ist im DSGVO-Raum nicht rechtskonform einsetzbar.

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Eigentlich ist die Nachricht von Donnerstag gar keine Nachricht, denn es ist die gleiche Nachricht wie vor zwei Wochen: Google Analytics verstößt gegen die DSGVO. Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat in einer Entscheidung von Donnerstag die gleiche Position eingenommen, wie der österreichische Datenschutz vor 14 Tagen. Da Tracking-Daten von Google Analytics in die USA übertragen werden, können sie dort von Sicherheitsbehörden wie der NSA ausgelesen werden. Das verstößt gegen gegen die informationelle Selbstbestimmung, die mit der DSGVO 2018 deutlich gestärkt wurde.

„Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Jahre 2020 hatte Google zwei Jahre Zeit nachzubessern. Was sie gemacht haben, sind vor allem kosmetische Maßnahmen“, sagt Marco Blocher von NOYB. Das ist die Nonprofit-Organisation von Max Schrems, mit der er weiterhin in Sachen Datenschutz auf dem Kreuzzug ist. Satte 101 Beschwerden hatte er in 23 Staaten geführt, allein gegen Analytics. Nächstes Ziel könnte Microsoft mit Teams oder auch Zoom sein.

Bennefeld
Christian Bennefeld kennt sich aus. Er gründete selbst ein Tracking-Unternehmen und wechselte dann die Fronten. Heute kämpft er intensiv um mehr Datenschutz. – Foto: Bennefeld / EBlocker

Christian Bennefeld, der ehemalige Gründer des Analysetool-Anbieters Etracker, begrüßt die Entscheidung: „Es kann nicht sein, dass die GAFA sich kontinuierlich über geltendes Recht hinwegsetzen“, sagt er zu MEEDIA. „Das Ende von Google Analytics in der EU rückt näher“, schreibt er im Netzwerk Xing.

Entscheidung der französischen CNIL wiegt schwerer als die aus Wien

Für Website-Betreiber, die Google Analytics einsetzen, wird die Luft dünn. Sie sollten sich schleunigst nach einer Alternative umsehen, die datenschutzkonformes Tracking ermöglicht. Denn es ist nicht Google direkt, die im Visier der Datenschützer stehen. Im Zweifel haftet immer der Website-Betreiber, wie in Österreich „Netdoktor.at“. Der am Donnerstag „verurteilte“ französische Site-Betreiber hat eine Gnadenfrist von vier Wochen bekommen, um dem Verlangen der CNIL nachzukommen.

Entscheidend ist, dass die Daten anonymisiert werden und die entsprechenden Server in Europa stehen. Marco Blocher sieht auch keine Möglichkeit, Google Analytics so einzusetzen oder zu konfigurieren, dass es der DSGVO entspricht. „Schon bei der Erhebung landen die Daten auf Google Servern“, sagt er gegenüber MEEDIA. Und auch die Anonymisierung der IP-Adresse, die inzwischen eindeutig als personenbezogenes Datum gilt, ist nicht vollständig umsetzbar, da der Server die IP-Adresse benutzen muss, um mit dem Browser des Nutzers zu kommunizieren.

Die Entscheidung der CNIL wiegt für den europäischen Datenschutz noch schwerer als die aus Wien. Zwar sind die Franzosen als einer der strengsten Aufsichtsbehörden bekannt, aber in der Stellungnahme der CNIL heißt es ausdrücklich, dass man die Entscheidung in Abstimmung mit den anderen EU-Datenschützern getroffen habe.

Das Aus für Google Analytics rückt näher.

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