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Kreativ geht anders

Auch die neue Impfkampagne wird im Nirwana verpuffen

So platt sollen die Impfverweigerer an die Nadel gelotst werden – Plakat: S&F/BMI

Das Bundesministerium für Gesundheit will mit einer neuen „kreativeren“ Kampagne auch die letzten Impfverweigerer an die Nadel locken. Und erntet dafür Hohn und Spott.

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Nomen est Omen? – „Impfen hilft. Auch allen, die es nicht mehr hören können“. Da müssen sich eine Menge Leute lachend auf die Schenkel geschlagen haben, als dieser Claim der neuen Impfkampagne bei Scholz & Friends durchgewunken und den Entscheidern im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgestellt wurde. Dass damit diejenigen, die noch nicht „genadelt“ sind, ans Vakzin gelockt werden, ist wenig vorstellbar. Trotz Penetration. Immerhin sollen bis Ende März 60 Millionen Euro (inklusive Media) in die Hand genommen werden, um die ungeimpfte Bevölkerung quasi im Minutentakt daran zu erinnern, dass „Impfen hilft.“

Kreativität hilft besser! Wie das geht? Zwei Tipps: Vor zehn Jahren gab es eine Kampagne, die zum Impfen gegen Masern aufrief. „Deutschland sucht den Impfpass“ hieß die und hatte alles, was es braucht: auffällige Plakate, eine Landingpage mit Dialogmechanismus inklusive Quiz, interaktivem Impfcheck und Informationen. Ein Weiterdreh wäre so einfach gewesen …

Oder einfach mal eine Straße weiter schauen. Die Agenturnachbarn, also Antoni, haben Ende letzten Jahres unter dem Hashtag #ZusammenGegenCorona binnen kürzester Zeit 1.000 Unternehmen dazu gebracht, ihre Werbebotschaften in freiwillige Impfaufrufe umzuwidmen. Die Aktion wurde kurz vor Weihnachten in der Bevölkerung hoch gelobt und bekam große Aufmerksamkeit.

Das schien aber alle Beteiligten kalt gelassen zu haben. Obwohl: Zumindest eines haben sie sich anscheinend abgeguckt. Die neue Impfkampagne wird auch in den sozialen Medien gespielt. Nein, wie kreativ! Aber, liebe Kreative, den Algorithmen sei Dank, wird sie auch hier nur die erreichen, die bereits geimpft sind und – verspottet wie ihre Vorgänger-Kampagne – im Nirwana verpuffen.

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